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Denkmal für die Zürcher Opfer von Hexenverfolgungen

79 Menschen wurden in der Stadt Zürich als vermeintliche Hexen gefoltert und hingerichtet. Nun ruft der pensionierte Staatsarchivar Otto Sigg dazu auf, sie zu rehabilitieren und ihnen ein Mahnmal zu setzen.

Hexenwahn: Verena Trost, Barbara Meyer und deren Tochter Anna Lang wurden 1574 in Bremgarten als Hexen verbrannt.
Hexenwahn: Verena Trost, Barbara Meyer und deren Tochter Anna Lang wurden 1574 in Bremgarten als Hexen verbrannt.
Wickiana, J.J. Wick, Zentralbibliothek
Eine von rund 4000 Opfern der Hexenverfolgungen in der Schweiz: Anna Vögtli stirbt vor den Mauern Willisaus auf dem Scheiterhaufen. Sie soll geweihte Hostien gestohlen haben.
Eine von rund 4000 Opfern der Hexenverfolgungen in der Schweiz: Anna Vögtli stirbt vor den Mauern Willisaus auf dem Scheiterhaufen. Sie soll geweihte Hostien gestohlen haben.
Luzerner Chronik, Diepold Schilling
Rehabilitiert: Anna Göldi war 1782 die letzte Frau, die in Europa der Hexerei beschuldigt und hingerichtet wurde. Vor fünf Jahren sprach sie der Regierungsrat offiziell unschuldig. Sie sei Opfer eines Justizmordes.
Rehabilitiert: Anna Göldi war 1782 die letzte Frau, die in Europa der Hexerei beschuldigt und hingerichtet wurde. Vor fünf Jahren sprach sie der Regierungsrat offiziell unschuldig. Sie sei Opfer eines Justizmordes.
Anna Göldi Museum
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Als vor fünf Jahren in Glarus Anna Göldi rehabilitiert wurde, fand dies als «Hexenbegnadigung» auf der ganzen Welt Widerhall. Letzte Woche erschien die erweiterte Ausgabe von Walter Hausers Buch über Anna Göldi, in dem er im Anhang den mühsamen Weg bis zur Rehabilitierung beschreibt.

Darin kommt auch der ehemalige Zürcher Staatsarchivar Otto Sigg zu Wort. Er fordert: «Weitere Hexenrehabilitierungen müssen folgen, insbesondere im Kanton Zürich.» Otto Sigg hat letztes Jahr die Originalquellen zu den Zürcher Hexenprozessen mit Todesurteilen in einem Buch aufgearbeitet. Sie zeugen von unsäglicher staatlich und kirchlich anerkannter Grausamkeit, die zwischen 1478 und 1701 in der Stadt Zürich 75 Frauen und vier Männern das Leben kostete.

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