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Der Abbruch des markanten Hauses beim Oberen Letten hat begonnen

Das Doppelhaus am Engweg 5/7 in Unterstrass verschwindet in diesen Tagen. Die Eigentumswohnungen, die dort entstehen werden, sind schon fast alle verkauft.

Am Engweg im Kreis 6 lässt der Aargauer Immobilienhändler Hans Vögtli in den nächsten Monaten zwei neue Häuser mit Eigentumswohnungen bauen. Die zwölf Wohnungen kosten zwischen 1,4 und 2,2 Millionen Franken und liegen direkt über dem Oberen Letten, mit Blick auf Fluss, Stadt, Limmattal und Uetliberg. Zwei sind noch zu haben, der Rest ist bereits verkauft – eine Woche, nachdem das erste Inserat geschaltet wurde. Das eine der vom Zürcher Architekturbüro De Biasio und Scherrer entworfenen Gebäude steht neben dem Schindlergutpark, das andere direkt über der Wasserwerkstrasse.

Heute thront dort ein imposantes, 1862 gebautes Doppelhaus. Es hat eine bewegte Geschichte: So verlor es beim Bau des Milchbucktunnels und der damit verbundenen Überdeckung der Wasserwerkstrasse zwei seiner ursprünglich sechs Stockwerke. Die Stadt nahm das Gebäude trotzdem ins Inventar der schützenwerten Bauten auf, entliess es aber vor drei Jahren. Ein Rekurs des Heimatschutzes blieb erfolglos. Die beiden Eigentümer, zwei Ingenieure, verkauften das Haus anschliessend an Hans Vögtli. Der Aargauer ist in Zürich kein Unbekannter: Seit 1999 hat er in der Stadt über 70 Eigentumswohnungen gebaut. Am Engweg hatte er mit seinem Angebot die bisherigen Bewohnerinnen und Bewohner ausgestochen, die das Haus ebenfalls kaufen wollten.

Mieter wohnen heute am Stadtrand

Die Mieter des Engwegs hatten eine enge Gemeinschaft gebildet. Sie bezahlten für ihre Wohnungen zwischen 600 und 900 Franken und konnten den Innenausbau weitgehend frei gestalten. Die Mieter sind Ende September ausgezogen, seither steht die Liegenschaft leer. Die neuen Eigentümer hätten sich äusserst korrekt verhalten, auch im letzten Jahr klaglos Reparaturen vorgenommen und gut über die weiteren Schritte informiert, sagt eine ehemalige Mieterin. Heute ist die Engweg-Gemeinschaft weit verstreut: Im Kreis 6 hat keine der Parteien eine Wohnung gefunden, die meisten sind an den Stadtrand gezogen oder weg aus der Stadt. Affoltern, Altstetten, Höngg, Wollishofen, Unterengstringen, Dietikon sind die neuen Wohnorte.

Bauherr Hans Vögtli wehrt sich gegen den Vorwurf, billigen Wohnraum im Stadtzentrum zu vernichten: «Das Haus stand kurz vor dem Zerfall, weshalb es aus Sicherheitsgründen ohnehin umfassend hätte saniert werden müssen.» Der Neubau sei teuer, weil an dieser städtebaulich wichtigen Lage ein gutes Projekt hingehöre, das zusammen mit der Stadt entwickelt worden sei.

Bäume weg wegen Kehrichtwagen

Letzte Woche haben die Abbrucharbeiten begonnen. Im Moment wird das alte Haus ausgekernt, dann fahren die Bagger auf. Der Baubeginn der neuen Häuser ist für Frühling 2009 geplant. Unklar ist, ob die grossen Bäume auf dem Grundstück gefällt werden. Die Architekten und der Bauherr möchten sie stehen lassen, Auflagen der Stadt könnten dies aber verhindern. So hat die Stadt für den Kehrichtwagen einen Wendeplatz gefordert. Da für diesen der Platz fehlt, muss nun eine Ausfahrtsstrasse gebaut werden, der die Bäume zum Opfer fallen müssten. «Wir hoffen aber, noch eine Lösung zu finden, wie wir die Bäume trotz Kehrichtwagen retten können», sagt Architekt Norbert Di Biasio. Andernfalls sei vorgesehen, neue zu pflanzen.

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