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Der Anruf kam einen Tag vor dem Wohnungsbezug

Die ersten Mieter hätten dieser Tage in die neue Labitzke-Überbauung ziehen sollen. Doch es kam nicht dazu.

David Sarasin
Die Wohnungen auf dem Labitzke-Areal sind am ersten Bezugstermin, am 15. März 2018, noch nicht bezugsbereit.
Die Wohnungen auf dem Labitzke-Areal sind am ersten Bezugstermin, am 15. März 2018, noch nicht bezugsbereit.
Reto Oeschger
Noch beherrschen die Bauarbeiter die Szenerie.
Noch beherrschen die Bauarbeiter die Szenerie.
Reto Oeschger
Der Generalunternehmer Implenia bedauert die Verzögerungen.
Der Generalunternehmer Implenia bedauert die Verzögerungen.
Reto Oeschger
Auch der Bauherrin Mobimo ist die Sache natürlich nicht recht.
Auch der Bauherrin Mobimo ist die Sache natürlich nicht recht.
Reto Oeschger
Das Labitzke-Areal hat eine bewegte Vorgeschichte. Es war jahrelang besetzt, bevor es polizeilich geräumt wurde. Hier ein paar Bilder nach der Räumung: Vergitterter und verbarrikadierter Hinterhof.
Das Labitzke-Areal hat eine bewegte Vorgeschichte. Es war jahrelang besetzt, bevor es polizeilich geräumt wurde. Hier ein paar Bilder nach der Räumung: Vergitterter und verbarrikadierter Hinterhof.
Stefan Hohler
Wird nicht mehr bewirtschaftet: Garten in einer Ecke.
Wird nicht mehr bewirtschaftet: Garten in einer Ecke.
Stefan Hohler
Wohn- und Essraum im Freien.
Wohn- und Essraum im Freien.
Stefan Hohler
Die gelben Bändel als Zeichen des Widerstands.
Die gelben Bändel als Zeichen des Widerstands.
Stefan Hohler
Das Programm der Besetzer steht auf einer Wand.
Das Programm der Besetzer steht auf einer Wand.
Stefan Hohler
Abfall und Reste, wohin man schaut.
Abfall und Reste, wohin man schaut.
Stefan Hohler
Essensreste auf dem Tisch.
Essensreste auf dem Tisch.
Stefan Hohler
Der Turm, in dem sich die Besetzer bis ganz am Schluss aufhielten.
Der Turm, in dem sich die Besetzer bis ganz am Schluss aufhielten.
Stefan Hohler
Wandmalereien und Graffitis.
Wandmalereien und Graffitis.
Stefan Hohler
Der Hauptplatz des Areals.
Der Hauptplatz des Areals.
Stefan Hohler
Biogarten auf dem Areal.
Biogarten auf dem Areal.
Stefan Hohler
Hinweis auf das stille Örtchen.
Hinweis auf das stille Örtchen.
Stefan Hohler
Der Veloraum.
Der Veloraum.
Stefan Hohler
Ganze Container voller alter Velos.
Ganze Container voller alter Velos.
Stefan Hohler
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Es ist das derzeit grösste und prestigeträchtigste Bauvorhaben des Immobilienriesen Mobimo. In den letzten zwei Jahren hat er an der Hohlstrasse in Zürich-Altstetten acht Wohntürme mit insgesamt 277 Wohnungen hochgezogen. Entworfen wurden sie vom Architekturbüro Gigon/Guyer. Eine «Impulsgeberin fürs Quartier rund um den Letzigrund» nannte man die Überbauung. Am 15. März 2018 hätte es endlich so weit sein sollen: Die ersten zehn Wohnungen sollten zum Einzug bereit sein. Der grosse Rest bis Mitte April.

Doch dann kam die Überraschung: Am 14. März, einen Tag vor dem ersten Einzugstermin, haben zehn Mietparteien von der Mobimo einen Anruf erhalten: Der Termin müsse bis auf weiteres verschoben werden. Grund war die fehlende Bezugsbewilligung, eigentlich eine Routinesache. Sie beinhaltet feuer- und baupolizeiliche Abklärungen, diese werden bei jedem Neubau durchgeführt. Ein neuer Termin wurde den künftigen Mietern vorerst nicht angegeben.

«Es sind chaotische Zustände»

Für Markus Stübi* eine unangenehme Situation. Seine alte Wohnung hat er auf den 1. April gekündigt, die Kisten für den Umzug waren längst gepackt. «Es sind chaotische Zustände», sagt er. Man habe ihm zwar angeboten, in ein Hotel zu ziehen und alle seine Möbel einzulagern, sagt er. Alles auf Kosten der Mobimo. Doch mit der Kommunikation hapere es, führt er weiter aus. Unangenehmer war die Situation für jene Personen, die Mitte März hätten einziehen sollen und einen Tag vor dem Umzugstermin von der Verschiebung erfuhren. Insgesamt mussten mehr als 100 Mietparteien ihren Einzugstermin in die neuen Wohnungen verschieben.

«Eine für die Mieterinnen und Mieter sehr unschöne Situation» nennt es die Sprecherin der Mobimo. Mit den künftigen Mietern sei Mobimo in engem Austausch. Mobimo stellt Hotelübernachtungen, Entschädigungen und Einstellraum für Möbel zur Verfügung für alle zu Schaden gekommenen Mieterinnen und Mieter. Die Sprecherin verweist ebenso auf die Verantwortung des Totalunternehmers Implenia, der für den Bau der Siedlung verantwortlich zeichnet. Es sei Pflicht des Totalunternehmers, die behördliche Bezugsbewilligung einzuholen und den Termin einzuhalten, sagt die Sprecherin weiter.

Implenia bedauert

Die Implenia erklärt den Verzug mit der Montage der Aussenfassade, die mehr Zeit in Anspruch genommen habe als geplant. Damit eine hohe Qualität sichergestellt werden könne, sei bei der Montage höchste Präzision gefordert. Der Sprecher der Implenia fügt an: «Implenia bedauert die Verzögerung ausserordentlich und versteht den Unmut der künftigen Mieter.»

Das Z-förmige Gelände umfasst 10’000 Quadratmeter und weist sieben öffentlich zugängliche Plätze auf. Die Wohnungen der Siedlung Labitzke sind in acht Gebäuden mit unterschiedlichen Höhen untergebracht. Laut Mobimo werde im Quartier eine Verdichtung erreicht. Leute aus 20 verschiedenen Ländern ziehen dereinst in die 277 Mietwohnungen, die zwischen 1,5 und 4,5 Zimmer aufweisen.

Auf dem Areal experimentierten Stadtbewohner während vieler Jahre in einer ehemaligen Farbenfabrik mit alternativen Wohnformen. Das Phänomen Hallen-Wohnen hat weit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung gefunden. Die Räumung des Geländes, zu dem auch das besetzte Gebiet Autonomer Beauty Salon gehörte, wurde von heftigem Widerstand begleitet.

* Name geändert

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