Überraschung: In der Stadt Zürich steigt die Artenvielfalt

Am Uetliberg leben heute mehr als doppelt so viele Kleintiere als noch vor zehn Jahren. Diesen Befund hat ein erstmaliger Vergleich geliefert.

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Tiere fühlen sich offenbar wohl in der Stadt Zürich. Dies zeigen neuste Ergebnisse der Abteilung Grün Stadt Zürich. Sie erfasst seit 2008 das Vorkommen von sechs Tiergruppen auf einer Karte. Jedes Jahr werden auf einem Zehntel des Stadtgebietes systematisch alle Reptilien, Amphibien, Tagfalter, Heuschrecken und Libellen gesucht und registriert.

Nach zehn Jahren hat Grün Stadt Zürich 2018 erstmals am Uetliberg erstmals ein Stadtgebiet kartiert, das sie schon einmal untersucht hat. Nun zeigt sich: Mit 5897 Tieren wurden fast doppelt so viele erfasst wie noch 2008. Besonders deutlich stieg das Vorkommen zweier Tagfalterarten an, Kaisermantel und Zitronenfalter.

Die roten Punkte zeigen die Fauna beim Uetliberg 2008, die grünen Punkte die Fauna 2018. Grafik: Grün Stadt Zürich

Auch die Brutvogelarten erfasst die Stadt Zürich und zwar in zwei Teilgebieten rechts und links der Limmat. Brutvogelarten sind ein wichtiges Indiz für die Qualität der natürlichen Lebensräume. Und auch hier zeigt die Auswertung eine Zunahme an Arten und Vorkommen.

Die violetten Punkte zeigen die Brutvogelreviere rechts der Limmat 2008, die grünen Punkte die Brutvogelreviere 2018. Grafik: Grün Stadt Zürich

Allerdings relativiert die Stadt in ihrer Medienmitteilung, dass die manuelle Erfassung nicht exakt ist und Daten durch verschiedene Faktoren wie Wetter und unterschiedliche klimatische Bedingungen beeinflusst werden können. Deshalb warnt auch Christine Bräm, die Direktorin von Grün Stadt Zürich vor zu viel Euphorie: «Dieses positive Zeichen zeigt zwar, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Diesen müssen wir nun konsequent weitergehen, vor allem im Siedlungsgebiet.»

Zurückhaltend aber doch erfreut über das Ergebnis zeigt sich auch der zuständige Stadtrat Richard Wolff: «Die Strategien stimmen und beginnen jetzt Früchte zu tragen», wird er in der Medienmitteilung. (hoh)

Erstellt: 11.07.2019, 14:02 Uhr

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