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Der Bau des längsten Zürcher «Hauses» naht

Im Frühjahr ist der Spatenstich für die 940 Meter lange Einhausung Schwamendingen. Bereits Anfang Jahr öffnet das Informationszentrum.

Einhausung Schwamendingen: Zwischen Schöneich und Aubrugg wird die Autobahn überdacht. Video: Lea Blum

Gelb und Orange sind derzeit die dominierenden Farben am Tulpenweg in Schwamendingen. Wo noch bis vor einem Jahr eine Genossenschaftssiedlung stand, stapeln sich heute gelbe Baucontainer. Arbeiter in leuchtorangen Gewändern machen sich dazwischen zu schaffen. Der Lärm von der nahen Autobahn ist ohrenbetäubend.

Die Vorbereitungsarbeiten für den Bau der Einhausung Schwamendingen sind in vollem Gang. Sie soll den Anwohnern die Lebensqualität an der Strasse erhöhen, auf der täglich 120'000 Fahrzeuge verkehren.

Etwas erhöht steht das Besucherzentrum aus Containerbauten – mit einer Fassade in Gelb, Orange und Rot. Ab Januar können sich da Interessierte nach Anmeldung über das Bauwerk informieren, am Donnerstag wurde es von den drei Projektpartnern Bund, Kanton und Stadt den Medien präsentiert.

Das Dach über der Autobahn in Schwamendingen ist 940 Meter lang und wird teilweise über dem Tramtunnel geführt.
Das Dach über der Autobahn in Schwamendingen ist 940 Meter lang und wird teilweise über dem Tramtunnel geführt.
PD
Die Einhausung dauert 5 Jahre und kostet knapp 300 Millionen Franken.
Die Einhausung dauert 5 Jahre und kostet knapp 300 Millionen Franken.
PD
Die Fussgängerbrücke über die A1 in Schwamendingen wurden Anfang Dezember montiert.
Die Fussgängerbrücke über die A1 in Schwamendingen wurden Anfang Dezember montiert.
Urs Jaudas
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Im Besucherzentrum zeigt sich, wie komplex der Einhausung ist. Der Platz ist eng, der Verkehr fliesst während der meisten Arbeiten. Deshalb ist es aus Sicherheitsgründen nicht möglich, Besuchergruppen über die Baustelle zu führen. Eintauchen können Interessierte in einer geführten multimedialen Installation. Darin wird aufgezeigt, wie es zum Projekt kam, welche Aufgabenbereiche die einzelnen Projektpartner übernehmen und wie der Bau abläuft.

Reparatur der Bausünde

Lange haben der Bund, der Kanton und die Stadt Zürich auf den Moment gewartet, in dem sie den Startschuss für die Überdachung des Autobahnabschnitts in Schwamendingen geben können. Ursprünglich war das Bauende für 2012 vorgesehen. So hiess es in der Volksabstimmung 2006, zu der 87 Prozent des Volks Ja gesagt hat. Umfangreiche Bewilligungsverfahren, Diskussionen um die die Kostenaufteilung und Verhandlungen mit den von Enteignungen betroffenen Grundeigentümern zogen das Projekt in die Länge. Rekurse gab es hingegen keine.

Nun ist der Spatenstich definitiv im nächsten Frühjahr, 2023 soll die Überdachung mit Park stehen. Jürg Röthlisberger, der Direktor des Astra, sagt: «Es hat lange gedauert, aber wir realisieren noch Projekte. Für die Deutschen sind wir schon Vorbilder, weil sie nur selten über die Planungsphasen hinauskommen.»

Verschieben Sie den Regler nach links und rechts, und Sie sehen die Veränderung in Schwamendingen.

Für Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) wird mit der Einhausung eine wichtige Verbindung des Quartiers Schwamendingen geschaffen. «Wir reparieren eine Bausünde», sagt sie und nutzt die Gelegenheit, um für eine andere Stadtreparatur zu werben: den Bau des Rosengartentunnels.

Stadtrat Richard Wolff (AL) freut sich auf den Superpark, der die Stadt noch attraktiver machen soll. «Und wir dürfen nun mit Stolz sagen, dass das längste Haus der Schweiz in unserer Stadt steht.»

Führungen Besucherzentrum: ab Mitte Januar 2019. 60 Minuten, bis 40 Personen, gratis. Anmeldung: www.einhausung.ch

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