Zum Hauptinhalt springen

Der Brunaupark soll teuren Wohnungen weichen

In Zürich-Wiedikon plant die Credit Suisse eine neue Überbauung. Dazu müssen das Migros-Center und mehrere Wohnblocks abgerissen werden.

Die rund 200 Wohnungen des Brunauparks sollen abgerissen werden.
Die rund 200 Wohnungen des Brunauparks sollen abgerissen werden.
Reto Oeschger
Anstelle der Siedlung soll eine grössere Überbauung mit teureren Wohnungen entstehen.
Anstelle der Siedlung soll eine grössere Überbauung mit teureren Wohnungen entstehen.
Reto Oeschger
Ansicht von der Giesshübelstrasse her: im Vordergrund der Do It + Garden der Migros.
Ansicht von der Giesshübelstrasse her: im Vordergrund der Do It + Garden der Migros.
Google Street View
1 / 7

Am südlichen Stadtrand von Zürich entsteht derzeit die Siedlung Greencity. Und nicht unweit der Mega-Überbauung, zwischen Saalsporthalle und dem Sitz der Credit Suisse im Uetlihof, soll demnächst eine weitere Grossüberbauung realisiert werden.

Dort stehen derzeit aber noch mehrere Wohnhäuser mit gegen 200 Wohnungen und das Einkaufszentrum Brunaupark, welche der Credit Suisse Pensionskasse gehören. Gemäss einem Bericht des Online-Magazins «Inside Paradeplatz» will die CS-Pensionskasse die Rendite aus dem Gebiet optimieren, indem sie die knapp 40-jährige Überbauung durch Wohnungen im oberen Preissegment ersetzt. Gemäss dem Bericht sollen die Mieter bis Ende 2020 die Kündigung erhalten. Auf Immobilienportalen werden derzeit tatsächlich Wohnungen mit bis am 30. September 2020 befristeten Mietverträgen angeboten.

Die Credit Suisse bestätigt lediglich, dass ihre Pensionskasse verschiedene Optionen zur Neugestaltung des Areals prüfe: «Ziel ist es, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.» Welche Konsequenzen dies für die gegenwärtigen Mieter haben wird, wollte CS-Sprecher Andreas Kern nicht ausführen. Man werde informieren, sobald konkretere Informationen über die nächsten Schritte vorlägen.

Hochhauslandschaft möglich

Über ein «Umbauprojekt» vorinformiert wurden die Läden im Brunaupark. Unter anderen auch die Migros, die im Brunaupark einen Supermarkt, ein Restaurant, ein Sportgeschäft und ein Baucenter betreibt. Näher wollte sich gestern auch Migros-Sprecher Francesco Laratta nicht äussern. Ein Fahrplan der Baupläne liegt offiziell noch keiner vor.

Klar ist, dass die CS über eine ganz grosse Veränderung des Quartiers nachdenkt. Sie hat vier Architekturbüros zu einem Wettbewerb eingeladen. So haben etwa Stücheli Architekten eine Machbarkeitsstudie vorgelegt. Darin schlagen sie eine Hochhauslandschaft am südlichen Eingangstor in die Stadt Zürich vor. Dieser Vorschlag würde einen Abriss der bestehenden Häuser nötig machen.

Ein weiterer Vorschlag stammt von Peter Meili & Partner Architekten. Auch er sieht eine wuchtige Überbauung vor, mit weniger hohen, aber längern Baukörpern. Welche Lösung die CS favorisiert, und ob tatsächlich der Abriss der bestehenden Bauten nötig wird, ist noch unklar.

Massive Mieterhöhung im Jahr 2010

Die Credit Suisse geriet mit ihrem Brunaupark bereits 2010 in die Schlagzeilen, weil sie die Mieten in den Wohnungen auf einen Schlag massiv erhöhte – zum Teil um bis zu 70 Prozent. Damals mussten viele Mieter ausziehen, weil sie sich ihr Zuhause nicht mehr leisten konnten.

Grund für die damaligen Preisaufschläge war ein Deal, welchen die Credit Suisse beim Bau der Häuser mit der Stadt Zürich geschlossen und der 2010 ausgelaufen war. Darin hatte die Credit Suisse die Wohnungen für 30 Jahre der behördlichen Mietzinskontrolle unterstellt.

Als der Vertrag 2010 ausgelaufen war, wurden die Wohnungen saniert und den «quartierüblichen Verhältnissen» angepasst. Man könne im Sinne der Versicherten der Pensionskasse keinen Wohnraum subventionieren, hatte ein CS-Sprecher vor acht Jahren gegenüber «20 Minuten» gesagt. Seither liegen die Wohnungspreise im Brunaupark im mittleren Segment.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch