Der Brunaupark soll teuren Wohnungen weichen

In Zürich-Wiedikon plant die Credit Suisse eine neue Überbauung. Dazu müssen das Migros-Center und mehrere Wohnblocks abgerissen werden.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am südlichen Stadtrand von Zürich entsteht derzeit die Siedlung Greencity. Und nicht unweit der Mega-Überbauung, zwischen Saalsporthalle und dem Sitz der Credit Suisse im Uetlihof, soll demnächst eine weitere Grossüberbauung realisiert werden.

Dort stehen derzeit aber noch mehrere Wohnhäuser mit gegen 200 Wohnungen und das Einkaufszentrum Brunaupark, welche der Credit Suisse Pensionskasse gehören. Gemäss einem Bericht des Online-Magazins «Inside Paradeplatz» will die CS-Pensionskasse die Rendite aus dem Gebiet optimieren, indem sie die knapp 40-jährige Überbauung durch Wohnungen im oberen Preissegment ersetzt. Gemäss dem Bericht sollen die Mieter bis Ende 2020 die Kündigung erhalten. Auf Immobilienportalen werden derzeit tatsächlich Wohnungen mit bis am 30. September 2020 befristeten Mietverträgen angeboten.

Die Credit Suisse bestätigt lediglich, dass ihre Pensionskasse verschiedene Optionen zur Neugestaltung des Areals prüfe: «Ziel ist es, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.» Welche Konsequenzen dies für die gegenwärtigen Mieter haben wird, wollte CS-Sprecher Andreas Kern nicht ausführen. Man werde informieren, sobald konkretere Informationen über die nächsten Schritte vorlägen.

Hochhauslandschaft möglich

Über ein «Umbauprojekt» vorinformiert wurden die Läden im Brunaupark. Unter anderen auch die Migros, die im Brunaupark einen Supermarkt, ein Restaurant, ein Sportgeschäft und ein Baucenter betreibt. Näher wollte sich gestern auch Migros-Sprecher Francesco Laratta nicht äussern. Ein Fahrplan der Baupläne liegt offiziell noch keiner vor.

Klar ist, dass die CS über eine ganz grosse Veränderung des Quartiers nachdenkt. Sie hat vier Architekturbüros zu einem Wettbewerb eingeladen. So haben etwa Stücheli Architekten eine Machbarkeitsstudie vorgelegt. Darin schlagen sie eine Hochhauslandschaft am südlichen Eingangstor in die Stadt Zürich vor. Dieser Vorschlag würde einen Abriss der bestehenden Häuser nötig machen.

Ein weiterer Vorschlag stammt von Peter Meili & Partner Architekten. Auch er sieht eine wuchtige Überbauung vor, mit weniger hohen, aber längern Baukörpern. Welche Lösung die CS favorisiert, und ob tatsächlich der Abriss der bestehenden Bauten nötig wird, ist noch unklar.

Massive Mieterhöhung im Jahr 2010

Die Credit Suisse geriet mit ihrem Brunaupark bereits 2010 in die Schlagzeilen, weil sie die Mieten in den Wohnungen auf einen Schlag massiv erhöhte – zum Teil um bis zu 70 Prozent. Damals mussten viele Mieter ausziehen, weil sie sich ihr Zuhause nicht mehr leisten konnten.

Grund für die damaligen Preisaufschläge war ein Deal, welchen die Credit Suisse beim Bau der Häuser mit der Stadt Zürich geschlossen und der 2010 ausgelaufen war. Darin hatte die Credit Suisse die Wohnungen für 30 Jahre der behördlichen Mietzinskontrolle unterstellt.

Als der Vertrag 2010 ausgelaufen war, wurden die Wohnungen saniert und den «quartierüblichen Verhältnissen» angepasst. Man könne im Sinne der Versicherten der Pensionskasse keinen Wohnraum subventionieren, hatte ein CS-Sprecher vor acht Jahren gegenüber «20 Minuten» gesagt. Seither liegen die Wohnungspreise im Brunaupark im mittleren Segment.

Erstellt: 20.12.2018, 17:38 Uhr

Artikel zum Thema

Nach 61 Jahren muss Frau Steindorfer aus ihrer Wohnung

Hauseigentümer setzen immer öfter auf Massenkündigungen, oft zum Leid langjähriger Mieter. In Regensdorf soll die Swiss Life undurchsichtig gehandelt – und Bewohnern gedroht haben. Mehr...

Konsi verkauft Wohnungen im Kreis 4 – Bewohner besorgt

Die Förderstiftung des Zürcher Konservatoriums veräussert Wohnungen an den Meistbietenden. Ohne Not, kritisieren Bewohner. Sie fürchten die baldige Kündigung. Mehr...

Verwirrung um konkursiten Laden bei einer Migros-Filiale

In der Migros-Filiale Brunaupark geht ein Teppichgeschäft in Konkurs. Im Firmenschild des Ladens steht auch ein Migros-Logo, was Kunden rätseln lässt. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Russische Torte: Indische Konditoren legen letzte Hand an eine essbare Kopie der Moskauer Basilius-Kathedrale, die sie für die 45. Kuchenausstellung geschaffen. (12. Dezember 2019)
(Bild: Jagadeesh NV) Mehr...