Der Burger für die Klimajugend

In diversen Zürcher Mensen kommt nächste Woche ein pflanzlicher Burger auf den Tisch, der alle Eigenschaften von Fleisch haben soll. Zielpublikum: Flexitarier.

Für den richtigen Biss, die richtige Farbe und die richtige Bratqualität haben die Hersteller des pflanzlichen Green-Mountain-Burgers rund 70 Varianten verkostet.

Für den richtigen Biss, die richtige Farbe und die richtige Bratqualität haben die Hersteller des pflanzlichen Green-Mountain-Burgers rund 70 Varianten verkostet. Bild: PD

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Neben dem klassischen Burger mit Fleisch gibt es in der Stadt längst diverse Varianten für Vegetarier – mit Quinoa, Falafel, Tofu oder amerikanischen Fleischersatzprodukten. Nun kommt in den Gastronomiebetrieben des ZFV, der unter anderem die Universitätsmensen betreibt, ein Schweizer Produkt dazu: ein Burger auf Pflanzenbasis, der wie Fleisch schmeckt, aussieht und sich auch so braten lässt.

Basis des Green-Mountain-Burgers der Firma Hilcona in Landquart ist Schweizer Bio-Sojamehl. Mit Tumblern, Blitzen und einem geheimen Zwischenschritt werden daraus Pattys. Die Lebensmittelingenieurin Julia Sackers hat neun Monate daran herumgetüftelt und rund 70 Varianten verkostet.

Reto Zuberbühler, Qualitätscoach beim ZFV und zuständig für die Entwicklung neuer Produkte, hat den Burger lanciert.

Will der ZFV auch auf die Vegi-Burger-Welle aufspringen?
Das war nicht bewusst geplant. Wir haben ein neues Produkt zu unserem 125-Jahr-Jubiläum gesucht und kamen im Gespräch mit der Firma Hilcona auf den Burger. Da erkannten wir, wie perfekt das Produkt zu uns passt. Es entspricht unserem Pioniergeist und unserem Sinn für Nachhaltigkeit. Die Firma war bereits an der Entwicklung, hat die Fertigstellung aber für uns beschleunigt. Mit den anderen Produkten lässt es sich aber nicht direkt vergleichen.

Warum?
Der Green-Mountain-Burger ist das erste reine Schweizer Produkt. Aber natürlich ist es ärgerlich, dass uns das Helvti Diner, das seit einigen Wochen den Beyond-Burger im Angebot hat, zuvorgekommen ist.

Weshalb soll, wer kein Fleisch essen will, diesen Burger bestellen?
Weil er Lust auf Fleisch hat, aber den Fleischkonsum verringern will. Flexitarier sind unser Zielpublikum.

Würde die konsequente Abkehr vom Burger nicht besser zu einem Unternehmen passen, das sich mit dem Verzicht auf Alkohol einen Namen gemacht hat?
Das stimmt, aber das können wir uns nicht leisten. Es gibt eine Nachfrage nach solchen Produkten, und der ZFV will da auch ein Zeichen der Nachhaltigkeit setzen.

Was sagen Sie als Koch zu einem solchen Burger?
Anfänglich war ich sehr skeptisch. Seit ich die Bratqualität erlebt habe, ist der Burger für mich auf jeden Fall eine Alternative zu Fleisch. Zudem trägt er zu einer ausgewogenen Ernährung bei.

Wie meinen Sie das?
Dieser Burger ist wie Fleisch reich an Proteinen. Das Burger-Menü muss deshalb nicht noch durch ein zusätzliches proteinhaltiges Produkt ergänzt werden.

Als Burger mit Brot gegessen hat der Green Mountain geschmeckt. Ohne nicht.
Das soll so sein. Wir bieten den Burger als Gesamtpaket an.

Am Dienstag, 9. April, wird er in 133 ZFV-Betrieben, darunter etwa in der vegetarischen Mensa Rämi 59, auf dem Toni-Areal oder im SBB-Restaurant Kohlendreieck, ein erstes Mal serviert. Im besten Fall, so hofft der ZFV, werden am Dienstag 15'000 Burger abgesetzt. Danach können die Betriebe den Burger je nach Bedürfnis ins Angebot aufnehmen. Fix erhältlich ist er ab Dienstag im Restaurant The Butcher. Kostenpunkt: zwischen rund 8 Franken (Uni extern) und 18 Franken (The Butcher).

Erstellt: 05.04.2019, 12:40 Uhr

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