Der Club Minirock muss schliessen

Nicht einmal zwei Jahre hat die Euphorie gedauert. Ende Juni macht der Zürcher Rockclub dicht. Grund ist der Lärmschutz.

Damals noch kämpferisch: Die Minirock-Frauen Vera Egloff, Olivia Deppe (oben), Kathrin Schulze und Melanie Gubser (unten).

Damals noch kämpferisch: Die Minirock-Frauen Vera Egloff, Olivia Deppe (oben), Kathrin Schulze und Melanie Gubser (unten). Bild: Boris Müller

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Hoffnungen waren gross, als der Club im Herbst 2017 seine Türen öffnete. «Der Rock hat in Zürich wieder eine Heimat», schrieben die Zeitungen, unter ihnen auch der «Tages-Anzeiger». Es hätten Partys und Konzerte stattfinden sollen. Nachtleben-Experten schrieben dem neuen Lokal namens Minirock grosses Potenzial zu.

Doch nun, nach nicht einmal zwei Jahren, ist Schluss. Ende Juni macht der Club an der Badenerstrasse 281 für immer dicht. «Mit schwerem Herzen lassen wir den Traum vom alternativen Rockclub in Zürich los», schreiben die Betreiberinnen und Betreiber auf ihrer Facebook-Page.

Bald keine Konzerte mehr

Der Hauptgrund seien Lärmstreite mit den Nachbarn gewesen, sagt Olivia Deppe, eine der elf Teilhaberinnen und Teilhaber. Das Minirock bekam kurz nach der Eröffnung schon regelmässigen Besuch von der Polizei. Aus dem Club wurde daraufhin ein Jahr nach der Eröffnung eine Bar, die Musik darin erschallte in Zimmerlautstärke. Konzerte gab es keine mehr. «Das war aber nicht unsere Idee», sagt Deppe.

Die nötigen Lärmschutzmassnahmen, um die Nachbarn zu besänftigen, seien für die Betreiber zu teuer gewesen. Ebenso fehlten die finanziellen Mittel für die langjährige Etablierung einer Bar. Mit den Nachbarn hätten die Macher zwar versucht, ins Gespräch zu kommen. Doch zu einem Einverständnis sei man dabei nicht gekommen. «Das Quartier ist viel lärmempfindlicher, als wir zu Beginn gedacht hatten», sagt Deppe.

«Es gab keine Einigung»

«Es ist schade, dass im Fall Minirock keine Lösungen mit den Nachbarn gefunden werden konnten», sagt der Alexander Bücheli, Sprecher der Bar & Club Kommission Zürich. Der Fall mache zudem deutlich, dass Musik in einer gewissen Lautstärke ein zentraler Teil des Nachtlebens darstelle. Denn: Für Musik in Zimmerlautstärke wird niemand einen Club besuchen – was der Minirock nun zu spüren bekam.

Erstellt: 23.05.2019, 10:05 Uhr

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Kommentare

Die Welt in Bildern

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen: Menschen in «Txatxus»-Kostümen nehmen am traditionellen ländlichen Karneval in Lantz, Nordspanien, teil. (24. Februar 2020)
(Bild: Villar Lopez) Mehr...