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Der ewige Traum vom Gratistram

Neuenburg debattiert darüber und in Zürich regt sich die Forderung eines kostenlosen öffentlichen Verkehrs alle paar Jahre wieder. Ein Gedankenspiel.

Die Idee ist uralt und hat noch immer etwas Verführerisches: In Zürich sind Bus, Tram, S-Bahnen, Limmatschiffe, die Seilbahn Rigiblick und die Uetliberg-Bahn gratis. Keine Billettautomaten mehr, keine Kontrolleure, weniger Autos, Lärm, Luftverpestung, Lichtsignale, Parkplätze und Zebrastreifen. Statt über Tramtickets und ZVV-Abos erkaufen sich die Zürcherinnen und Zürcher ihr Paradies über höhere Steuern. Vor einigen Tagen haben die vereinigten Grünen und Linken des Kantons Neuenburg eine Volksinitiative für einen Gratis-ÖV im ganzen Kanton lanciert. Die Kosten schätzen sie auf 33 Millionen Franken pro Jahr. Sie schlagen im Gegenzug eine Kostenbeteiligung durch die Firmen vor, eine Kürzung der Steuerabzüge für Pendler sowie höhere Parkgebühren. In einem provokativen Positionspapier forderte 2016 auch die SP Aargau um Cédric Wermuth einen staatlich finanzierten öffentlichen Verkehr im ganzen Kanton, liess dieses Papier aber bald wieder verschwinden. Gratis-ÖV war kürzlich auch eine Forderung der Schweizer Jugendparlamente – neben Gratiskondomen und Freibier.

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