Zum Hauptinhalt springen

Der Grenzfall auf der Rehalp

Einmal kurz in Zollikon wenden: Der Verlauf der Stadtgrenze bei der Tramwendeschlaufe Rehalp ist ziemlich speziell.

Martin Huber
Kurioser Spickel: Die Grenze zwischen Zürich und Zollikon bei der Tramwendeschlaufe Rehalp. Foto: GIS-ZH
Kurioser Spickel: Die Grenze zwischen Zürich und Zollikon bei der Tramwendeschlaufe Rehalp. Foto: GIS-ZH

Mit einer Fahrt über die Landesgrenze wie in Basel können Zürcher Trams zwar nicht aufwarten. Aber immerhin machen auch sie nicht an der Stadtgrenze halt, wie spätestens seit der Verlängerung des 2er-Trams nach Schlieren und des 10ers bis zum Flughafen klar ist.

Eine Grenzüberschreitung der besonderen Art gibt es auf der Rehalp. Die dortige Tramwendeschlaufe samt Haltestelle liegt ganz knapp nicht mehr in Zürich, sondern bereits jenseits der Stadtgrenze, auf Zolliker Gemeindegebiet. Wer mit dem 11er-Tram bis zur Rehalp fährt, kommt somit automatisch zu einem Kürzesttrip ins Nachbardorf – auf eine Runde nach Zollikon.

Kein neues Billett nötig

Die seltsame Ausbuchtung der Stadtgrenze ist auf dem Online-Stadtplan gut ersichtlich. Trotz der Grenzüberschreitung befindet sich die Station Rehalp allerdings noch in der Tarifzone 110 (Stadt Zürich). Ein neues Billett oder ein Zuschlag ist also nicht nötig.

Der vordere Teil des Trams ist in der Stadt, der hintere noch in Zollikon. Foto: Dominique Meienberg
Der vordere Teil des Trams ist in der Stadt, der hintere noch in Zollikon. Foto: Dominique Meienberg

Wie genau der kuriose Spickel entstanden ist, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen. Es wirkt, als hätte es beim Bau der Wendeschlaufe auf Stadtgebiet einfach an Platz gefehlt, sodass die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich auf Grund und Boden in Zollikon ausweichen mussten.

Land gehört der Stadt

Bei der Bauabteilung der Gemeinde Zollikon heisst es auf Anfrage, die Tramwendeschlaufe sei um 1910 gebaut worden, das Land gehört der Stadt Zürich. Für die Lage hätten damals topografische Gründe gesprochen, zudem sei das benötigte Land unbebaut gewesen, worauf es die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich erworben hätten. Probleme verursache die spezielle Grenzsituation keine – weil es weder für die Kostenverteilung innerhalb des Verkehrsverbunds noch für die Infrastrukturplanung oder den Fahrplan eine Rolle spiele, ob die Wendeschleife in der Stadt oder in Zollikon liegt. Für eine Grenzkorrektur gibt es laut der Bauabteilung Zollikon denn auch «keinen Anlass».

VBZ-Sprecherin Daniela Tobler weist darauf hin, dass die VBZ auch in Zollikon marktverantwortliches Unternehmen seien und das Angebot für den dortigen ÖV planen. Man pflege ein «sehr gutes Verhältnis zur Gemeinde».

VBZ-Haltestellen auf Privatgrund

Der 11er wartet gleich noch mit einer anderen Besonderheit auf: Zwei Stationen auf dieser Linie befinden sich bereits auf Opfiker Stadtgebiet. Zudem ist die Haltestelle Rehalp auch kein Einzelfall: So liegt die Tramwendeschlaufe beim Bahnhof Stettbach ebenfalls zumindest teilweise auf dem Boden der Nachbargemeinde Dübendorf.

Laut den VBZ gibt es noch weitere Spezialfälle. So stehen an verschiedenen Haltestellen die Wartehallen ganz oder teilweise auf Privatgrund, beispielsweise an der Haltestelle Neunbrunnen in Oerlikon oder an der Segantinistrasse und Geeringstrasse in Höngg. Mit den jeweiligen Grundeigentümern haben die VBZ spezielle Vereinbarungen getroffen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch