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Der höchste Stadtzürcher ist Ex-Autoparteiler und Velofahrer

SVP-Mann Roger Bartholdi ist mit einem Glanzresultat zum Präsidenten des Zürcher Gemeinderats gewählt worden. Für Aufsehen sorgte auch ein Ex-Fraktionskollege von ihm.

SVP-Politiker Roger Bartholdy kurz nach seiner Wahl heute Mittwochnachmittag.
SVP-Politiker Roger Bartholdy kurz nach seiner Wahl heute Mittwochnachmittag.
Ennio Leanza/Keystone

Roger Bartholdi ist zum neuen Präsidenten des Zürcher Stadtparlaments gewählt worden. Der SVP-Gemeinderat erhielt 107 Stimmen der 119 anwesenden Parlamentarierinnen und Parlamentarier. Als neuer höchster Stadtzürcher leitet der 47-Jährige während eines Jahres die Ratssitzungen. Bartholdi rückt als bisheriger Vizepräsident turnusgemäss auf den Präsidiumssitz nach und ersetzt Matthias Wiesmann von der GLP.

Bartholdi will ein Präsident für alle sein, wie er nach der Wahl sagte. Zudem will er die Ratssitzungen unplugged - ohne Kopfhörer - verfolgen können. Wie er den bisweilen exorbitanten Lärmpegel senken will, ist sein Geheimnis.

Bartholdi stieg bereits als 18-Jähriger in die Politik ein - bei der Autopartei. Später wechselte der Bankangestellte zur SVP. Seit 2002 ist er im Gemeinderat, wo er den Kreis 9 vertritt.

2013/2014 rutschte Bartholdi in den Kantonsrat nach. Als sich sein Weg zum höchsten Stadtzürcher abzeichnete, gab er das Kantonsratsmandat auf.

Bartholdi gilt als umgänglich, ruhig, lösungsorientiert. Im Präsidentenamt kommen auf ihn zwei grosse Brocken zu: Noch vor den Sommerferien ist die mehrtägige Debatte zur neuen Bau- und Zonenordnung (BZO) traktandiert. Und im Dezember folgt dann die Budgetdebatte. Hier ändert Bartholdi die Reihenfolge, in welcher die Departemente behandelt werden.

Diese Monstersitzungen sollen jedoch nicht länger als bis 23.45 Uhr dauern, wie Bartholdi gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte. So könne man noch mit Tram oder Bus nach Hause fahren. Bartholdi selbst wird sich aufs Velo schwingen.

Rennend nach Albisrieden ans Fest

Als passionierter Läufer (Ultratrail-Running) könnte er die Strecke vom Rathaus bis nach Albisrieden, wo er mit Frau und Hund lebt, auch spielend zu Fuss bewältigen. Dies macht er spasseshalber im Anschluss an die Wahlsitzung.

Zur Wahlfeier nach Albisrieden rennt der neue Präsident nämlich zusammen mit Kollegen von CityRunning und lässt sich nicht im Sondertram durch die Stadt kutschieren wie seine Ratskolleginnen und -kollegen.

Neben dem neuen Ratspräsidenten wurde Peter Küng (SP) mit 116 Stimmen zum ersten Vizepräsidenten für das Amtsjahr 2016/17 gewählt. Martin Bürki (FDP) ist neu zweiter Vizepräsident, er erhielt 98 Stimmen.

Babini bei der CVP

Nicht nur auf dem Bock gab es eine Veränderung. Es wurde auch bekannt, dass der parteilose Mario Babini als Gast in die CVP-Fraktion aufgenommen wird. Er kann an den Fraktionssitzungen der CVP teilnehmen und erhält Informationen zu den Geschäften, die in den Kommissionen behandelt werden.

Babini hat ausserdem Zugriff auf die Datenbank der Fraktion, in welcher Argumente und Anträge formuliert werden. In den Sitzungen hat Babini beratende Stimme und kann an den Diskussionen teilnehmen. Ein Stimmrecht hat er jedoch nicht. Im Gemeinderat politisiert Babini weiterhin fraktionslos.

Der frühere SVP-Gemeinderat sass 2014 für 101 Tage in Untersuchungshaft, weil er in einer Bar in angetrunkenem Zustand herumgepöbelt, einen Angestellten beschimpft und einen Gast mit einem Messer bedroht haben soll. Die SVP schloss ihn daraufhin aus der Gemeinderatsfraktion aus, und Babini erklärte seinen sofortigen Austritt aus der SVP der Stadt Zürich.

Zu einem Prozess kam es jedoch nie, da die Staatsanwaltschaft ihre gesamte Anklage zurückzog. Alle Betroffenen hatten bis auf einen ihre Strafanzeigen zurückgezogen.

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