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Der neue Stadtteil Thurgauerstrasse West wird konkret

Die Stadt plant gemeinnützige Wohnungen für 2000 Menschen, eine Schule, einen Quartierpark und zahlreiche Gewerbeflächen. Am markantesten werden drei Hochhäuser sein.

Ein Flanierboulevard entlang der Thurgauerstrasse. Auf dem Familiengartenareal an der vierspurigen Strasse soll ein neuer Stadtteil mit 700 Wohnungen entstehen. Zeichnung: Matthias Gnehm
Ein Flanierboulevard entlang der Thurgauerstrasse. Auf dem Familiengartenareal an der vierspurigen Strasse soll ein neuer Stadtteil mit 700 Wohnungen entstehen. Zeichnung: Matthias Gnehm

Wo heute noch Familiengärten die Thurgauerstrasse in Leutschenbach säumen, soll bis 2023 ein neuer Stadtteil mit 700 Wohnungen, einer Schule, einem Park und zahlreichen Handwerks- und Gewerbebetrieben entstehen. Die Stadt hat jetzt die zwei Gestaltungspläne für das 6,5 Hektar grosse Areal Thurgauerstrasse West aufgelegt. Sie konkretisieren das städtebauliche Konzept des Teams um die Architekten Meili Peter und Vogt Landschaftsarchitekten, das im Mai 2015 vorgestellt wurde.

Die grosse Herausforderung bei der Planung des neuen Quartierteils war die stark befahrene Thurgauerstrasse, auf der auch das 10er- und das 11er-Tram verkehren. In den Erdgeschossen zur Strasse hin sieht der Gestaltungsplan Gewerberäume, Restaurant- und Ladenflächen vor. Ausserdem sollen dort Gemeinschaftsflächen wie Waschküchen und Veloabstellplätze untergebracht werden. Die Fassaden sollen so zurückversetzt werden, dass Platz für eine «multifunktionale Vorzone mit hoher Aufenthaltsqualität» und einen Veloweg entsteht.

Wohntürme und fünfgeschossige Mietshäuser

Die markantesten Elemente des Gestaltungsplans für das Areal Thurgauerstrasse West in Leutschenbach sind drei Hochhäuser,von denen eines bis zu 70 Meter und zwei bis zu 60 Meter hoch werden dürfen. Auch das Schulgebäude wird an der Thurgauerstrasse liegen. Das ganze Areal soll den Anforderungen der 2000-Watt-Gesellschaft entsprechen.

Mit der Überbauung einer der letzten städtischen Landreserven will die Stadt das prognostizierte Bevölkerungswachstum auffangen und gleichzeitig ihrem Auftrag, den Anteil gemeinnütziger Wohnungen auf 33 Prozent zu erhöhen, ein Stück näherkommen. Die 700 Wohnungen sollen darum von gemeinnützigen Wohnbauträgern erstellt werden und relativ preisgünstig sein.

Der Gestaltungsplan sieht vor, dass die Wohnhäuser zum bestehenden Einfamilienhausquartier hin vier- bis fünfgeschossig, punktuell auch sechsgeschossig sein können, präzisiert der Sprecher des Amts für Städtebau, Lucas Bally. Zur Thurgauerstrasse hin sollen 6 bis 7 Geschosse möglich sein. Mit der Bauweise werde eine hohe Dichte erreicht.

Einfamilienhausbesitzer sind beunruhigt

Gleichzeitig versuchte die Stadt, die Bedenken der Einfamilienhausbesitzer an der Grubenackerstrasse zu berücksichtigen. Die Grossüberbauung und den zu erwartenden Zuzug von 2000 Menschen beobachten die Einfamilienhausbesitzer mit Sorge. In einer Stellungnahme hatten diese bereits im Jahr 2014 gewünscht, dass neben ihre Einfamilienhäuser keine «Wohnblöcke mit fünf, sechs- oder gar sieben Stockwerken» gebaut werden, und sie durch «die Neubauten nicht erdrückt werden».

Die Grossüberbauung und den zu erwartenden Zuzug von 2000 Menschen beobachten die Einfamilienhausbesitzer mit Sorge. Wie Albert Frölich vom Vorstand des Quartiervereins Seebach sagt, bestehen Befürchtungen, dass die grosse Zahl gemeinnütziger Wohnungen neue Bewohner ins Quartier zieht, die sich ungenügend integrieren. «Uns ist bewusst, dass die Stadt gezwungen ist, preisgünstige Wohnungen zu schaffen. Aber wir wollen eine gut durchmischte Bevölkerung ohne Bildung von Ghettostrukturen», sagt Frölich. Was den geplanten Park anbelangt, äussern die Anwohner Bedenken, dass sie unter dem Rauch von Feuerstellen, nächtlichem Lärm und Drogenhändlern zu leiden haben werden.

Bahnunterführung nach Seebach

Ein lang gehegter Wunsch der Einfamilienhausbesitzer zwischen Thurgauerstrasse und Bahnlinie wird dank der neuen Überbauung in Erfüllung gehen: Um das Gebiet, das formal zu Seebach gehört, besser mit dem Seebacher Zentrum zu verbinden, sieht der Gestaltungsplan eine neue Bahnunterführung für Fussgänger und Velofahrer vor. Dazu kommt eine kommunale Veloroute entlang der Grubenackerstrasse und eine überkommunale Veloroute entlang der Thurgauerstrasse. Um das bestehende Einfamilienhausquartier vor Mehrverkehr zu schützen, sollen Autos nur direkt von der Thurgauerstrasse aus ins neue Quartier fahren können.

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