Zum Hauptinhalt springen

«Der Platzspitz ist nicht der Volkspark, der er sein könnte»

Das Ja der Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher zum Erweiterungsbau des Landesmuseums hat einen landespolitischen Aspekt: Die Stadt leistet ihren Beitrag zu einer nationalen Aufgabe.

Pathetisch formuliert: Die Stadt, die im Land gern als arrogant und abgehoben betrachtet wird, opfert einen Teil ihres schönsten Parkes im Sinne eines Aktes von eidgenössischer Solidarität. Selbstverständlich ist das nicht, zählt doch das Landesmuseum, obwohl zentral im Platzspitzpark gelegen, nicht zu den ersten Adressen im städtischen Freizeitleben. Doch offenbar kann es dennoch auf Wohlwollen zählen und auf die Einsicht der Mehrheit, dass Museen nur dann Sinn machen, wenn sie sich von Zeit zu Zeit vergrössern und der Moderne anpassen können.

Mit diesem Ja war nicht unbedingt zu rechnen, bedeutet doch der Erweiterungsbau einen Eingriff ins heutige Erscheinungsbild. Vor das Landesmuseum kommt ein Riegel zu stehen, der das Märchenschloss teilweise verschwinden lässt. Auch wenn der Neubau nie so massig sein wird wie ihn die Gegner und Heimatschützer auf Plakaten dargestellt haben – es ist eine markante Veränderung. Dass die Zürcher das akzeptieren, hat neben der Einsicht in die Nöte des Museums mit der Geschichte des Platzspitzes zu tun. Er ist nicht der Volkspark, der er wegen seiner Lage und Schönheit sein könnte. Noch sind das jahrelange Drogenelend und die Gewalt in diesem Park nicht vergessen, und schnell denkt der Spaziergänger, wenn er eine konspirative Gruppe junger Männer sieht: Geht das jetzt wieder los?

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.