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«Der Schwarze Block hat nicht mehr so viele Anhänger wie früher»

Am diesjährigen 1. Mai fanden erstmals seit Jahren keine Krawalle statt. Marco Cortesi, Medienchef der Zürcher Stadtpolizei, erklärt, warum dies so war.

Linksautonome Idylle auf dem Kanzleiareal: Ein sonniger Nachmittag ohne Krawalle und Sachbeschädigung endete zwar...
Linksautonome Idylle auf dem Kanzleiareal: Ein sonniger Nachmittag ohne Krawalle und Sachbeschädigung endete zwar...
Boris Müller
...mit Regen, aber friedlich. Um 18.45 Uhr war auf dem Helvetiaplatz niemand mehr zu sehen, der Putzwagen sorgte bereits für Ordnung.
...mit Regen, aber friedlich. Um 18.45 Uhr war auf dem Helvetiaplatz niemand mehr zu sehen, der Putzwagen sorgte bereits für Ordnung.
Simon Eppenberger
Grossaufgebot im Einsatz: Die Stadtpolizei Zürich hatte den Auftrag, jeden Ansatz zu illegalen Aktionen – wie diese Nachdemo am 1. Mai 2009 – im Keim zu ersticken.
Grossaufgebot im Einsatz: Die Stadtpolizei Zürich hatte den Auftrag, jeden Ansatz zu illegalen Aktionen – wie diese Nachdemo am 1. Mai 2009 – im Keim zu ersticken.
Ennio Leanza, Keystone
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Der Einsatz am heutigen 1. Mai hat offenbar sehr gut funktioniert. Was haben Sie in diesem Jahr anders gemacht als früher? Man kann die Einsätze der verschiedenen Jahre nicht miteinander vergleichen. Die Voraussetzungen sind immer anders. Wir lernen aber jeweils aus den Prozessen der vorangegangenen Jahre und lassen die Erfahrungen in die nächsten Einsätze einfliessen. Abgesehen davon funktioniert die Zusammenarbeit zwischen der Kantons- und der Stadtpolizei Zürich auf allen Stufen ausgezeichnet. Die gemeinsame Einsatzleitung hat sich sehr bewährt.

Was ist denn das Erfolgsrezept dieser gemeinsamen Einsatzleitung? Seit drei Jahren wird der Einsatz am Tag der Arbeit gemeinsam von Stadtpolizei und Kantonspolizei Zürich aus dem Lagezentrum der Stadtpolizei geführt. Früher waren die Einsatzleitungen getrennt. Diese Neuerung hat dazu beigetragen, dass es in den letzten drei Jahren kaum mehr zu Sachbeschädigungen und Krawallen kam.

Rund um den Helvetiaplatz, wo es in der Vergangenheit immer wieder zu Nachdemos gekommen war, wurden offenbar kaum Mitglieder des Schwarzen Blocks gesehen. Können Sie das bestätigen? Nein, dem ist nicht so. Wir haben bereits im offiziellen Umzug des 1.-Mai-Komitees mindestens 300 Personen ausgemacht, die der linksautonomen Szene zuzuordnen sind. Allerdings haben die Krawallsuchenden offenbar aufgrund der starken Polizeipräsenz im Langstrassenquartier sofort erkannt, dass es keinen Spielraum für eine Nachdemo gibt. Sie hatten gar keine Möglichkeit, etwas anzuzetteln. Vermutlich fehlte ihnen die Gefolgschaft.

Was meinen Sie damit? Der Schwarze Block hat nicht mehr so viele Anhänger wie früher. Wir haben heute maximal 400 von ihnen ausmachen können. Und diesen ist es nicht gelungen, ihr trauriges Katz-und-Maus-Spiel der vergangenen Jahre aufzuziehen.

Wie sieht es mit den Gaffern aus? Hat sich ihre Zahl auch verringert? Nein, leider nicht. Es gab auch in diesem Jahr Hunderte Schaulustige. Sie behindern nicht nur den Einsatz der Polizeikräfte, sondern bringen auch sich selbst in Gefahr.

Auch der designierte Kommandant der Stadtpolizei Zürich, Daniel Blumer, war in diesem Jahr Zaungast beim 1. Mai. Was sagte er zum Ganzen? Ich hatte bisher noch keine Gelegenheit, den Einsatz mit ihm zu besprechen.

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