Zum Hauptinhalt springen

Der Zürcher Hafenkran hat sich vervielfacht

Tagi-Leserinnen und -Leser haben dem Diskutieren und Lamentieren um den Hafenkran Taten folgen lassen und das Zürcher Kunstprojekt zu ihrem eigenen gemacht.

Zürich Transit Maritim heisst das Hafenkranprojekt am Limmatquai, und selten löste ein Zürcher Kunstobjekt so viel Interesse, so viele Diskussionen und entgegengesetzte Meinungen aus. Designer und Stadtentwickler, Kunstprofessoren und Kulturportalbetreiber, Kuratoren und Architekten, Chefredaktorinnen und Kunsthändler, und natürlich das gemeine Volk, alle gaben ihr persönliches Schmieröl zum Hafenkran.

Die einen konnten ihre Freude kaum verkneifen, andere liessen ihrem Ärger freien Lauf. SVP und Jungliberale wollten ihn mit einer Volksinitiative bodigen, und für die Jungsozialisten ist der Kran das neue Wahrzeichen Zürichs. Sie sehen das Kunstobjekt als Durchbruch im Kampf gegen die zwinglianische Bünzligkeit, sprechen von einem mondänen und urbanen Flair, das der Koloss aus Rostock ausstrahle. Und für den Zürcher Stadtwanderer Benedikt Loderer braucht es keine «Rechtfertigung aus der Abteilung für Sinngebung und Meeresgrund». Hafenkran genügt, Hafenkran ist schön, Punkt.

Kunst hin oder her, fleissige und geduldige Tagi-Leserinnen und -Leser haben das Diskutieren und Lamentieren anderen überlassen und sich daran gemacht, dem Bastelbogen, den TA-Grafikerin Klaudia Meisterhans in langer und schweisstreibender Arbeit erstellt hatte, Respekt zu zollen, und die Bastlerei in Angriff genommen.

Fantasievolle Inszenierungen

Herausgekommen ist zwar immer derselbe Kran, doch die verschiedenen fantasievollen Inszenierungen lassen den umstrittenen Stahlkoloss auf jedem Bild zu einem eigenen Kunstobjekt werden. Reto Möhrs Kran und das grosse Vorbild eröffnen unsere Bildstrecke. Leser Sigi Wigger baute den Hafenkran mit Meeresanstoss, Ursula Hauser verfrachtet damit eine Kuh, und Reiner Bernath und Christian Schweizer aus Solothurn stellten gleich zwei davon auf. Acht Stunden lang sass Thomas Schumacher an seinem Kunstobjekt, und Hedi Chèvre trägt mit ihrem Kran den «Tages-Anzeiger» aus. Zu sehen ist auch der fünfjährige Beda Buchelt, dem sein Opa Peter Weber zu Hilfe kam. Ein gefundenes Fressen war der Kran auch für Eisenbahnfreunde: Walter Truffer stellte sein Objekt in die hauseigene Eisenbahnanlage, und das Trio Janine, Evelyne und Claudia lässt den Rosthaufen Fische aus der WC-Schüssel holen. Und wer jetzt denkt, da sei doch alles nur ein Zürcher Witz, der sei eines Besseren belehrt, wie Baan Tebpitaks Bild zeigt. Sein Hafenkran hat es bis nach Thailand geschafft.

Der Wettbewerb läuft noch bis zum 31. Mai 2014 weiter. Schicken Sie uns Bilder Ihrer persönlichen Inszenierung des Bastelkrans: community@tages-anzeiger.ch mit dem Betreff «Kran».

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch