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Der Zweck heiligt nicht jedes Mittel

TA-Reporter René Staubli über die Methoden der IV Zürich und der Psychiatrischen Uniklinik.

Einer von Rückenschmerzen geplagten Frau wird nach sechsjähriger Bezugsdauer die IV-Rente gestrichen. Beim Versuch der Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess zeigt sich, dass jener Entscheid nicht vertretbar war. Um der 59-Jährigen trotzdem wieder eine Rente zusprechen zu können, greifen die Zürcher IV-Stelle und die Psychiatrische Uniklinik zu fragwürdigen Methoden: Sie drehen einen positiven Arbeitsfähigkeitsbericht ins Negative um und schreiben der Klientin eine schwere psychische Störung zu. Kritische Fragen zu den Vorgängen werden nur selektiv beantwortet. Die IV-Stelle erklärt, man habe lediglich Flexibilität bewiesen und im Interesse der Klientin gehandelt, denn diese sei ja nun aus ihrer materiellen Not erlöst.

So einfach geht es natürlich nicht; der Zweck heiligt nicht jedes Mittel. Die IV und die Psychiatrische Universitätsklinik sind Institutionen, die vom Vertrauen der Öffentlichkeit leben. Dieses Vertrauen wird arg strapaziert, wenn Untersuchungsberichte und medizinische Einschätzungen einfach so umgeschrieben werden.

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