«Die 12'000 Chinesen sind ein Glücksfall für Zürich»

Noch nie hat eine derart grosse Reisegruppe die Stadt besucht. Dennoch glaubt Ueli Heer von Zürich Tourismus nicht, dass es zu Kapazitätsengpässen kommt.

Ab heute besuchen 12'000 Chinesinnen und Chinesen die Schweiz. Ein grosser Teil der Reisegruppe übernachtet in Zürich.

Ab heute besuchen 12'000 Chinesinnen und Chinesen die Schweiz. Ein grosser Teil der Reisegruppe übernachtet in Zürich. Bild: Urs Jaudas

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12'000 Chinesinnen und Chinesen besuchen ab heute die Schweiz. Es sind Mitarbeitende einer Kosmetikfirma, die sich die Reise mit einem Belohnungssystem verdient haben. Die Reisegruppe unternimmt Ausflüge an den Rheinfall und nach Luzern. Ein grosser Teil übernachtet danach in Zürich. Was bedeutet das für die Stadt?
Es ist ein Glücksfall für Zürich. Die Hotels werden voll sein. Und die vielen Social-Media-Bilder sind eine gute Werbung für den Standort.

Wie viele Chinesinnen und Chinesen der Reisegruppe übernachten in Zürich?
Wir gehen von zirka 60'000 Logiernächten aus, verteilt über alle Hotels. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr verzeichneten wir im ganzen Monat Mai insgesamt knapp 17'000 Übernachtungen von Gästen aus China in Zürich. Der Einfluss der Reisegruppe auf die Hotellerie ist somit sehr gross.

Gab es so etwas schon einmal?
Nein, eine so grosse Reisegruppe hatten wir noch nie in Zürich. Die grösste Gruppe, an die ich mich erinnern kann, war etwa 2000-köpfig.

Profitieren nebst den Hotels noch andere?
Auch Restaurants, Kaufhäuser und Schmuckläden werden die zusätzlichen Touristen spüren. Ich denke, dass die Reisegruppe beispielsweise durch die Bahnhofstrasse schlendern wird.

Wird Zürich überlastet sein?
Das glaube ich nicht. Das Problem ist mehr die Kapazität der Sehenswürdigkeiten, beispielsweise in Luzern. In Zürich wird die Reisegruppe in drei verschiedenen «Wellen» übernachten. So wird der Verkehr wegen der Reisecars nicht überlastet sein. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob man etwas merken wird.

Haben chinesische Touristen spezielle Ansprüche?
Sie sind unkompliziert. Sie essen zum Beispiel gerne in chinesischen Restaurants, sind aber auch mal experimentierfreudig und gehen ins Fondue-Stübli.

Unkompliziert und experimentierfreudig – so sind chinesische Touristen laut Ueli Heer von Zürich Tourismus.

Sind Gruppenreisen bei Chinesinnen und Chinesen beliebt?
In den vergangenen fünf Jahren haben wir bei Besuchern aus China einen Wandel von Gruppenreisen zu Einzelreisen wahrgenommen. Das hat mit der neuen Generation von Reisenden aus China zu tun. Die jungen Leute reisen lieber individuell als in Gruppen.

Erstellt: 09.05.2019, 15:00 Uhr

Zur Person:

Ueli Heer, Mediensprecher von Zürich Tourismus

(Bild: Zürich Tourismus)

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