«Die Bahnhofstrasse finde ich richtig langweilig»

Regisseurin Natascha Beller sitzt derzeit in der Jury des Zurich Film Festival. Sie verrät uns, was ein perfekter Abend in der Stadt ausmacht.

Im Kreis 3 findet Natascha Beller fast alles, was ihr Herz begehrt. Foto: Andrea Zahler

Im Kreis 3 findet Natascha Beller fast alles, was ihr Herz begehrt. Foto: Andrea Zahler

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Jede Woche beantworten Personen, die Zürich prägen, unseren Fragebogen und verraten uns, was die Stadt für sie ausmacht. Heute: Regisseurin Natasha Beller.

Zu welcher Uhrzeit ist Zürich am schönsten – und weshalb?
Wenn die Sonne aufgeht. Ich bin dann zwar selten wach, aber wenn ich wach bin – meistens für einen Dreh –, finde ich es dann immer so schön, dass ich mir vornehme, öfters so früh aufzustehen. Geschafft habe ich es aber bisher nie.

Wo treffen Sie Freunde am liebsten in Zürich?
Im Sommer im Wellenbad des Freibads Letzigraben und im Winter im Hamam. Hauptsache, es ist feucht.

Wann haben Sie das letzte Mal geweint – und weshalb?
Kurz bevor mein Film im Sommer auf der Piazza Grande in Locarno gezeigt wurde, gab es einen Moment, in dem mir das Ganze erst so richtig bewusst wurde. Da war ich plötzlich ganz gerührt.

Welche Hoffnung haben Sie aufgegeben?
Je wieder in meine Lieblingsjeans zu passen.

Finden Sie den Zürichsee auch doof?
Nein, ich mag den See, bin aber selten dort. Am See fühle ich mich immer wie eine Touristin.

Mein perfekter Abend

Apéro
– Aperol Spritz im Salut Salon, 14 Franken

Znacht
– Wiener Schnitzel im Piazza Zürich, 38 Franken
– Cheesecake im Grand Café Lochergut, 7.50 Franken

Drinks
– Basil Smash im Raygrodski, 16.50 Franken

Kino
– Houdini, 14 Franken

Ausgaben total:
90 Franken

Welches Hintergrundbild ist auf Ihrem Smartphone zu sehen?
Ein Filmstill von Charlie Chaplins «The Kid».

Vor welcher Kulisse können Sie nicht widerstehen, ein Selfie zu machen?
Die Kulisse ist mir bei Selfies egal. Es zählt die Person, mit der ich das Selfie mache. Ein Selfie von mir alleine hab ich noch nie gemacht.

Welche Ecke Zürichs ist überbewertet?
Die Bahnhofstrasse. Die finde ich richtig langweilig.

Funktioniert Zürich auch ohne Geld?
Im Sommer: Ja. Da gibt es viele hübsche Plätze. Aber sobald es kalt wird, muss man sich entweder zu Hause verkriechen oder Geld ausgeben.

Sie können für den Rest Ihres Lebens nur noch in einer Zürcher Beiz essen: In welche gehen Sie?
Dann würde ich ins Grand Café Lochergut gehen. Da gibt es leckeres Frühstück, Mittag- und Abendessen. Und vor allem: Es gibt da Churros – das spanische Gebäck, das man in Schokoladensauce tunkt!

Auf welchen Luxus können oder wollen Sie nicht verzichten?
Ein wirklich grosser Luxus ist, dass ich mir unterdessen meine Jobs aussuchen kann. Darauf will ich nicht mehr verzichten.

Was ist die Liebe Ihres Lebens?
Cheesecake.

Welches ist Ihr Züri-Soundtrack?
Jener vom Zürcher Electro-Pop-Duo Tim und Puma Mimi, die Musik des Wahlzürchers Crimer und die Lieder der Wollishoferin Stella Cruz, die etwas wunderbar Leichtes haben.

Wo hatten Sie in Zürich Ihr schönstes Date – und mit wem?
Kürzlich in der Geisterbahn mit meinem Freund. Ich dachte, er halte meine Hand, aber es war die eines «Geisterbahn-Erschreckers».

Mit welchem Zürcher – tot oder lebendig – würden Sie gerne eine Nacht verbringen?
Mit Max Frisch. Mit ihm würde ich eine Pfeife rauchen.

Welchen Film sollte jede und jeder sehen?
Natürlich meinen Film «Die fruchtbaren Jahre sind vorbei»!

Trailer zu «Die fruchtbaren Jahre sind vorbei». Video: Youtube

Wo trinken Sie am Wochenende in Zürich am liebsten einen Kaffee?
Im Bett.

Welches ist der Geruch Ihrer Kindheit?
Mailänderli. Immer zu Weihnachten haben mein Bruder und ich mit unseren Grosseltern zusammen Mailänderli gebacken. Ich benutze noch immer das Familienrezept und besitze die alten Ausstechförmli von ihnen.

Wo findet einen in Zürich das Glück?
In der Globus-Delicatessa findet man alles, was das Herz begehrt.


Die 36-jährige Regisseurin Natascha Beller ist in Bassersdorf aufgewachsen und wohnt, mit einigen Unter­brüchen, seit 18 Jahren in Zürich, derzeit im Kreis 3. In Locarno feierte ihr Komödienerstling «Die fruchtbaren Jahre sind vorbei» nach vier Jahren Arbeit Premiere, derzeit läuft er in den Zürcher Kinos. Beller sitzt in der Jury des ZFF und beurteilt die Filme im Fokus-Wettbewerb.

Erstellt: 29.09.2019, 17:57 Uhr

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