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Die «Empörten» sind zurück auf dem Paradeplatz

Eine Woche nach der Besetzung des Paradeplatzes haben sich erneut Aktivisten im Zentrum Zürichs eingefunden. Auch in Bern und Genf gab es Demonstrationen gegen die Macht der Finanzwelt.

Rund 40 Menschen haben im Zentrum von Zürich übernachtet.
Rund 40 Menschen haben im Zentrum von Zürich übernachtet.
Keystone
Friedlich: Erste Zelte wurden aufgestellt.
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Jan Knüsel
Selbst Kaffee wird hier angeboten.
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Tina Fassbind
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Die Proteste der «Occupy Bewegung» gehen weiter. Auch an diesem Samstag haben «Empörte» auf dem Paradeplatz im Zürcher Finanzviertel protestiert. Anders als in der vergangenen Woche verfügten sie diesmal über eine polizeiliche Bewilligung.

Auf Plakaten und Transparenten forderten die Teilnehmenden unter anderem «Banken in die Schranken – Transaktionssteuer jetzt», «Schluss mit der Raffgier» oder «Rettet Menschen, nicht Banken». Verschiedene Redner prangerten die Arroganz der Banken und fehlendes soziales Gewissen an oder plädierten dafür, Spekulationen mit Nahrungsmitteln oder Währungen zu verbieten.

Bis zum Nachmittag füllte sich der Paradeplatz allmählich. Die Veranstalter sprachen von bis zu 1000 Personen, gleich viele wie am vergangenen Samstag. Die Zürcher Stadtpolizei schätzte die Teilnehmerzahl auf nicht einmal die Hälfte. Unter den Empörten waren viele junge Leute, aber auch Familien mit Kinderwagen und ältere Menschen.

Neue Gesprächskultur entwickeln

Es gehe nicht um die Anzahl der Teilnehmenden, sagte Laurent Moeri, einer der Aktivisten, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. «Occupy Paradeplatz» soll keine kurzfristige Bewegung sein, sondern sich Zeit nehmen und einen langen Atem haben. So lautete eines der Ergebnisse der heutigen Diskussion in Kleingruppen.

Diese erarbeiteten verschiedene Statements, die nun weiter diskutiert werden. Ziel der Bewegung sei es, eine neue Gesprächskultur zu entwickeln und den Konsens in den Vordergrund zu stellen, sagte Moeri. Bis es tatsächlich konkrete Lösungsansätze gebe, werde es noch einige Zeit dauern.

Unterstützung für ihren Protest erhielten die Aktivisten von verschiedenen Musikern und Autoren. Die Protestierenden setzen sich für neue Perspektiven im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenleben und für ein menschenwürdiges Finanzsystem ein.

Mit weltweiten Protesten vernetzen

Die Bewegung nahm ihren Anfang an der New Yorker Wall Street. Inzwischen ist die Welle auch auf die Schweiz übergeschwappt. Ausser in Zürich gab es am Samstag eine Kundgebung mit rund 100 Teilnehmenden auf dem Berner Bundesplatz. Die Kundgebung war nicht bewilligt, wurde aber toleriert.

In Genf protestieren seit einer Woche rund 50 Empörte in einem Zeltdorf im Parc des Bastions. Solange nichts beschädigt wird, toleriert die Stadt Genf die Wildcampierer. Die Zürcher Aktivisten wollen sich ab der kommenden Woche mit den weltweiten Protesten vernetzen.

Nach wie vor campieren etwa 70 Aktivisten in 35 Zelten beim Lindenhof in der Zürcher Altstadt. In diesem «Basiscamp» wollen sie vorerst bleiben. Dort finden tägliche Versammlungen statt, die jedem offen stehen. Laufend kämen neue Leute dazu und die Unterstützung der Bevölkerung sei gross, sagte Moeri.

So hätten die Empörten bereits Geld- Sach- und Lebensmittelspenden für mindestens drei Wochen erhalten. Zur Verwaltung der Spendengelder wurde ein Verein gegründet.

SDA/rub/kpn

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