Die Sanität zieht um – in eine Pfahlbaute auf dem Wasser

Weil die Stadt das Amtshaus Walche beim Hauptbahnhof für 87 Millionen Franken saniert, muss Schutz & Rettung für rund vier Jahre in die Limmat ausweichen.

Das dreistöckige Provisorium am Neumühlequai soll Platz für bis zu 120 Mitarbeitende bieten. Visualisierung: Fabien Schwartz

Das dreistöckige Provisorium am Neumühlequai soll Platz für bis zu 120 Mitarbeitende bieten. Visualisierung: Fabien Schwartz

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Es ist ein nicht alltägliches Bauvorhaben: Ein dreistöckiges Haus auf Stelzen in der Limmat am Neumühlequai, direkt vor dem Amtshaus Walche und gegenüber dem Platzspitz. Erstellt werden soll die Pfahlkonstruktion Anfang 2020 – als Provisorium, in das Schutz & Rettung Zürich zieht, während das Amtshaus Walche renoviert und umgebaut wird.

Letzte Woche hat die Stadt beim Kanton das Gesuch für die wasserrechtliche Konzession für das Haus im Fluss eingereicht, wie aus dem Amtsblatt hervorgeht. Die Konzession ist nötig, weil ein öffentliches Gewässer in Anspruch genommen wird.

Während die Rettungsfahrzeuge von Schutz & Rettung Zürich über die gesamte Umbauzeit in den Fahrzeughallen des Amtshauses bleiben, werden die dazugehörenden Arbeitsplätze, Garderoben, Ruhe- und Aufenthaltsräume ins Provisorium auf dem Wasser gezügelt.

Notfallversorgung trotz Umbau sicherstellen

Nur mit einer solchen direkten Anbindung an die Fahrzeughallen lässt sich laut dem Stadtrat während der Sanierung des Gebäudes ein sicherer und unterbruchloser 24-Stunden-Betrieb aufrechterhalten. Dank des Provisoriums bleibe die medizinische Notfallversorgung, insbesondere in der Innenstadt und im Gebiet rechts der Limmat bis hinter den Milchbuck sowie bei Grossanlässen im Stadtzentrum gewährleistet.

Die Rettungsfahrzeuge bleiben im Altbau, aber Arbeitsplätze, Garderoben, Ruhe- und Aufenthaltsräume zügeln aufs Wasser. Visualisierung: Fabien Schwartz

Nach Angaben von Schutz & Rettung werden je nach Schicht etwa 50 Personen im Provisorium arbeiten. Für Sonderanlässe wäre eine Maximalauslegung bis 120 Mitarbeitende möglich.

«Wir sind zuversichtlich, dass die wasserrechtliche Konzession wie auch die Baubewilligung erteilt werden können», sagt Nina Berner, Sprecherin des städtischen Hochbaudepartements. Das Amt für Hochbauten habe alle für die Konzession notwendigen Abklärungen mit den Behörden vorgenommen und die nötigen Unterlagen eingereicht. «Insofern steht das Projekt - auch was das Bewilligungsverfahren anbelangt – auf einer soliden Grundlage», so Berner.

7,8 Millionen für die Dépendance im Fluss

Die Kosten für das Provisorium belaufen sich auf 7,8 Millionen Franken. Insgesamt will die Stadt für die Sanierung und die Aufstockung des 1932 erstellten Amtshauses 87,3 Millionen Franken ausgeben.

Im letzten Februar hat der Stadtrat dafür gebundene Ausgaben von 72,7 Millionen Franken bewilligt, für die Aufstockung und andere Massnahmen beantragt er dem Gemeinderat weitere 14,6 Millionen.

Mit der Aufstockung von fünf auf sechs Geschosse soll die Zahl der Büroarbeitsplätze von heute 300 auf rund 400 erhöht werden. Zudem wird die Wache der Sanität erweitert, um mehr Raum für die wachsende Anzahl von Mitarbeitenden und Fahrzeugen zu schaffen. Daneben sind der Einbau eines zentralen Empfangs, eine Vergrösserung der Personalcafeteria und die Erneuerung der Sanitäranlagen geplant. Das Dach wird begrünt und mit einer Fotovoltaikanlage ausgestattet.

Segnet der Gemeinderat den Kredit im Herbst ab, wird das Provisorium Anfang 2020 erstellt. Der Amtshausumbau soll laut Hochbaudepartement im Herbst 2020 beginnen und Mitte 2023 abgeschlossen sein. Dann wird auch das Haus im Fluss wieder verschwinden.

Erstellt: 14.08.2019, 11:06 Uhr

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