Die Giraffen kommen in den Zürcher Zoo

Der Zoo Zürich plant eine Grossanlage nach dem Vorbild der afrikanischen Savanne. Darin leben sollen Nashörner, Zebras und - erstmals nach über 60 Jahren - Giraffen.

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Nach über 60 Jahren Pause sollen im Zoo Zürich wieder Giraffen zu sehen sein. Geplant ist, dass sie mit Nashörnern, Zebras und weiteren Huftieren in einer neuen grossflächig angelegten, offenen Savannenlandschaft zusammenleben.

Das Baugesuch für die Lewa Savanne sei eingereicht worden, teilte der Zoo Zürich am Mittwoch mit. Entstehen soll die Anlage im bisher noch nicht genutzten Gelände beim Kaeng Krachan Elefantenpark. Mit einer Fläche von über 40'000 Quadratmetern wird sie die grösste Anlage im Zoo Zürich, wie es in der Mitteilung heisst.

Die genauen Kosten für die geplanten Tierunterkünfte sind noch nicht bekannt, dürften sich aber im zweistelligen Millionenbereich bewegen. Aufgrund der grossen einbezogenen Flächen würden noch detaillierte Studien ausgearbeitet, schreibt der Zoo.

Eine Herausforderung sei der Boden, sagte Zoodirektor Alex Rübel zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet, er müsse für eine langfristige Nutzung stabilisiert werden. «Zudem planen wir grosszügige Innenanlagen, in die sich die Tiere zurückziehen und ihr Sozialverhalten ausleben können.»

Seit Beginn von Alex Rübels Amtszeit als Zoodirektor 1991 hat sich der Zoo Zürich stark gewandelt. Die klassische Tierhaltung weicht grosszügigen Anlagen, die der Natur nachempfunden sind. Die Lewa Savanne (2020) ist nach dem Masoala Regenwald (2003, 52 Millionen) und dem Kaeng Krachan Elefantenpark (2014, 57 Millionen) das dritte Grossprojekt.

Vielen Menschen gefällt Rübels Konzept der Tierhaltung. So verzeichnete der Zoo Zürich in den vergangenen Jahren eine Zunahme an Schenkungen und Legaten. Die Lewa Savanne soll, wie alle bisherigen Projekte für Tieranlagen, vollständig durch Spenden finanziert werden. Mit dem Bau soll in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres begonnen werden. Die Eröffnung ist für 2020 geplant.

Giraffen auf dem Schiff geschlachtet

Noch bis in die Mitte der 1950er Jahre konnten im Zürcher Zoo Giraffen bewundert werden. Der letzte der Paarhufer starb 1956, wie Zoo-Direktor Alex Rübel auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

Nachwuchs war eigentlich geplant und auch bereits in Kenia bestellt. Doch noch während der Überfahrt nach Europa wurden die Tiere auf dem Schiff geschlachtet. Angeordnet hatte die Tötung das eidgenössische Veterinäramt. Dieses hatte befürchtet, dass mit den Giraffen die Maul- und Klauenseuche eingeführt werden könnte.

Die Schlachtung löste laut Rübel ein Gerichtsverfahren aus, das sich über Jahre hinzog und schliesslich zu Ungunsten des Zoos entschieden wurde. Später sei dann auf die Haltung von Giraffen verzichtet worden, weil das Gehege nicht mehr den Anforderungen entsprochen habe, sagte der Zoo-Direktor.

An Naturschutzprojekt gekoppelt

Wie der Masoala Regenwald und der Kaeng Krachan Elefantenpark ist auch die neu geplante Lewa Savanne eng an ein Naturschutzprojekt gekoppelt. Seit 1998 unterstützt der Zoo Zürich die Lewa Wildlife Conservancy in Kenia. Das Reservat im Gebiet des Mount Kenia Nationalparks gehört zum Unesco-Welterbe.

Der Zoo Zürich hilft unter anderem bei der Finanzierung von Ausrüstung und Löhnen der Wildhüter, beim Bau von Wanderkorridoren für Wildtiere und bei Umsiedlungen von Nashörnern. Dank des guten Schutzes habe Lewa im vergangenen Jahr kein einziges Nashorn an Wilderer verloren, hält der Zoo Zürich fest. (mir/sda)

Erstellt: 20.04.2016, 17:29 Uhr

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