Die griechische Insel im Kreis 4

Seit 15 Jahren gibt es im Bistro V.P. Catering echte griechische Hausmannskost – und die beste Salatsauce der Stadt.

Griechische Hausmannskost: Der Auflauf Giouvetsi.

Griechische Hausmannskost: Der Auflauf Giouvetsi. Bild: Samuel Schalch

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Der Grieche ist auf dem Vormarsch. Ob das Mythos am Stauffacher, das Yamas und das Ynos bei der Europaallee oder das Oh My Greek bei der Kalkbreite – in den letzten Jahren wurden einige neue hellenische Lokale eröffnet. Eine Griechin gilt dabei als wichtige Pionierin dieser Länderküche.

Seit über 15 Jahren kocht Vaso Papathanasiou im kleinen Bistro an der Ankerstrasse im Kreis 4, Teil der Genossenschaft Dreieck. Mittags ist der Ort vor allem eine Quartierkantine für die Kreativszene aus den angrenzenden Ateliers. Er heisst V.P. Catering, weil Vaso Papathanasiou auch einen Party- und Cateringservice betreibt. Jeden Morgen steht die Köchin um 6 Uhr auf und ist dann wenig später schon am Herd oder am Markt auf dem Helvetiaplatz.

Frische Marktprodukte sind ihr wichtig, und das schmeckt man, wenn man bei ihr isst. Hier gibt es keine welken Salatblätter. Tiefgefrorenes würde Vaso nicht anrühren, und natürlich schwört sie auf griechisches Olivenöl, von dem auf jedem Tisch im Restaurant eine Flasche bereitsteht.

Giouvetsi ist ein Gericht, das lange satt und glücklich macht, weil der Mix aus Kohlehydraten, Fett und Eiweiss ideal ist.

Öl ist auch die Basis ihrer schnörkellosen Hausmannskost, die mehr bietet als Pita, Pommes und Moussaka. Es gibt Kokinisto, Rindsstückli in Tomatensauce (20 Fr.), mit Gemüse und Feta gratinierte Auberginen (16 Fr.) oder Poulet mit Bratkartoffeln (18 Fr.).

Wir bestellen, vor allem wegen des wohlklingenden Namens, Giouvetsi. Der Auflauf wird sehr, sehr heiss serviert und besteht aus winzigen Hartweizengriess-Teigwaren, Kritharaki genannt, sowie aus Saisongemüse, Feta und Parmesan (16 Fr.). Den Auflauf gibt es auch mit Fleisch. Giouvetsi ist ein Gericht, das lange satt und glücklich macht, weil der Mix aus Kohlehydraten, Fett und Eiweiss geradezu ideal ist. Ebenfalls hervorragend sind die Hackfleischbällchen. Sie werden von einer lange eingekochten Tomatensauce und von Trockenreis (20 Fr.) begleitet.

Sie habe unter anderem von ihrer Grossmutter kochen gelernt, erzählt Vaso, die immer wieder mal zu den Gästen an den Tisch kommt. «Meine Mutter konnte nicht richtig kochen, weil meine Grossmutter schon so gut gekocht hat und ihr immer Tupperwares mit Essen mitgegeben hat.»

Lebt seit 30 Jahren in der Schweiz und kocht seit 15 Jahren in ihrem Bistro: Vaso Papathanasiou. Bild: Andrea Zahler

Was auch immer die Gäste bestellen – Vaso sagt ihnen, sie hätten die richtige Wahl getroffen. Manchmal schickt sie auch ein «Bravo» hinterher, was ja griechisch ist und so viel heisst wie «gut gemacht». Wir meinen, dass auch die Salatsauce ein «Bravo» verdient.

Das Geheimnis der Sauce sei Apfelsaft und natürlich bestes Olivenöl, sagt die 53-Jährige, die seit über 30 Jahren in der Schweiz lebt und ebenfalls in Deutschland gearbeitet hat. Sie ist mit ihrem Bistro auch eine Anlaufstelle für die griechische Community und Griechenland-Sehnsüchtler. So muss sie sich mehrmals pro Tag anhören, wie die Schweizer Gäste mehr schlecht als recht mit einem «Jassas» (Hallo) oder einem «Efcharisto» (Danke) um sich werfen. Ob Original- oder Heimwehgrieche: Am 7. Dezember organisiert Vaso in ihrem Lokal ein Konzert mit griechischer Band.

V.P. Catering

– Preis-Leistungs-Verhältnis
Hervorragend. Kaum ein Gericht ist teurer als 20 Franken, jedes wird frisch zubereitet; Hahnenwasser ist kostenlos und steht schon vor dem Bestellen auf dem Tisch.

– Ambiance
Einfach, ehrlich, griechisch. Die Stühle aus Griechenland sind blau, die Wände weiss-blau. Im hinteren Teil blickt man auf den schmucken Hinterhof der Genossenschaft, der im Sommer vom Bistro bespielt wird. Im vorderen hängt ein Bild von Kastoria, der Heimatstadt von Vaso. Sie liegt an einem See, wie Zürich.

– Service
Sehr persönlich und recht zackig. Vaso, die von einem kleinen, griechischen Team unterstützt wird, serviert, wenn sie Zeit hat, selbst.

– So kommt man mit dem ÖV hin
Tram Nr. 2 oder 3 bis Bezirksgebäude, dann am Plaza vorbei die Ankerstrasse hochlaufen.

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In dieser wöchentlichen Rubrik lesen Sie unsere Urteile über die Gerichte in Zürcher Restaurants.

Erstellt: 14.11.2019, 16:44 Uhr

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