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Die perfekte Anleitung zum Sozialhilfebetrug

Ali S. betrog das Sozialamt um mehrere Hunderttausend Franken. Das Gericht spricht nur eine bedingte Gefängnisstrafe aus. Staatsanwältin Sabine Tobler erklärt, wie geschickt der Betrüger vorging.

«Je komplexer ein Firmenkonstrukt ist, desto schwieriger wird ein Nachweis»: Sozialhilfebetrüger Ali S.
«Je komplexer ein Firmenkonstrukt ist, desto schwieriger wird ein Nachweis»: Sozialhilfebetrüger Ali S.
Screenshot TeleZüri

Ali S. wurde zu einer bedingten Haftstrafe von 24 Monaten verurteilt. Sind Sie mit dem Urteil zufrieden?

Ich hätte mir eine höhere Strafe gewünscht. Aber das Urteil hängt auch mit der unterschiedlichen Funktion eines Gerichtes und einer Staatsanwaltschaft zusammen. Wir klagen im Zweifel an, das Gericht spricht im Zweifel frei. Ich habe bestimmt auch einige Dinge angeklagt, die ich nicht bis ins allerletzte Detail nachweisen konnte. Meine Anklage lautete auf eine Deliktsumme von mindestens 450'000 Franken. Dafür forderte ich 42 Monate Haft. Das Gericht ging nun in seinem Urteil von 200'000 Franken aus. Doch auch bei diesem Betrag wäre eine höhere Strafe möglich gewesen. Es handelt sich ja nicht um einen einfachen Diebstahl. Es ist eine Ausnutzung eines Systems, das für Bedürftige da ist. Diese haben schliesslich unter Fehlbaren in ihren Reihen zu leiden.

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