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«Formel E ade» – Zürcher Quartier wehrt sich gegen neues Autorennen

In der Enge standen bis gestern Abend Absperrelemente des E-Prix. Eine Petition gegen die Ausgabe 2019 erhält nun regen Zuspruch.

Thomas Wyss
Der Abbau läuft noch – Augenschein an der Alfred-Escher-Strasse am Montag.
Der Abbau läuft noch – Augenschein an der Alfred-Escher-Strasse am Montag.
Urs Jaudas

Der Slogan «Formel E ade» einer politisch unabhängigen Interessengemeinschaft aus Bewohnern des Enge-Quartiers, die mittels Petition künftige Formel-E-Rennen auf dem ganzen Stadtboden verhindern will, ist vielsagend. Zürich sei für einen Anlass in dieser Grösse sowohl für Besucher wie Anwohner zu eng. Wer das Anliegen unterstützen will, tut dies direkt auf der Site, oder aber er druckt die Unterschriftenbögen aus, und sobald diese voll sind, retourniert er sie ans Organisationskomitee.

Eine Petition, die in den letzten Tagen viel Zuspruch erfuhr. Für diesen plötzlichen «Schub», um es rennsportmässig zu sagen, gibt es eine Erklärung – es ist die Unzufriedenheit vieler Engemer mit den Auf- und Abbauarbeiten. Immer wieder würden Leute ihren Unmut per Mail im Petitionsforum deponieren oder direkt auf die Unterschriftenbögen schreiben, so ein Initiant.

Video: Grosse Baustelle ein Tag nach dem Rennen

So sah es einen Tag nach dem Rennen an der Strecke aus. Video: Fabian Sangines

Tatsächlich standen am Montagmorgen entlang der Alfred-Escher-Strasse noch reihenweise Absperrgitter mit Betonfuss – notabene häufig hinter zugeparkten Blaue-Zone-Plätzen; man hätte sie also gar nicht abtransportieren können. Andernorts waren solche Gitter auf dem Trottoir bereits zum Abtransport aufgetürmt, dafür standen da dann noch Betonsockel am Boden, ohne dass sie besonders markiert gewesen wären.

Der Sicherheitsaspekt sei hier gewiss nicht gewährleistet, sagt eine Initiantin. Gewisse Auto- und Töfffahrer würden auf der noch immer ein wenig rennstreckenmässig wirkenden Strasse testen, was ihr eigenes Gefährt an Geschwindigkeit hergebe. Auch den Fussgängern werde nur marginal Beachtung geschenkt.

Dennoch befinde sich das Quartier nicht mehr im Ausnahmezustand, der Alltag habe sich langsam wieder normalisiert, sichtbare Ausnahme seien einfach die noch nicht demontierten oder abtransportierten Gitter und Sockel. «Man hätte fast den Eindruck bekommen können, die Organisatoren würden das Material bewusst stehen lassen, um damit fürs geplante Rennen von 2019 ein erstes Zeichen zu setzen», meint eine Initiantin scherzend.

Manch ein Töff- oder Autofahrer würde auf der noch immer rennstreckenmässigen Strasse sein eigenes Gefährt testen. Bild: Urs Jaudas
Manch ein Töff- oder Autofahrer würde auf der noch immer rennstreckenmässigen Strasse sein eigenes Gefährt testen. Bild: Urs Jaudas

Das sei definitiv nicht der Fall, sagt Matthias Ninck, der Sprecher des Sicherheitsdepartements und seitens der Stadt für die Kommunikation in Sachen Formel E zuständig: «Für die Demontage und die Aufräumarbeiten hat die Stadt den Veranstaltern eine Frist bis maximal Ende Juni eingeräumt, sie allerdings dazu angehalten, zügig vorwärtszumachen. Es ist also bis jetzt alles im Zeitplan.»

Und diesen werde man auch einhalten, verspricht Stephan Oehen, der Pressesprecher der E-Prix-Organisation: «Der Abbau der temporären Infrastruktur läuft wie geplant. Es ist richtig, dass an einigen Stellen die Parkplätze bereits wieder freigegeben sind, aber von dort immer noch Material abtransportiert werden muss.» Dies werde in den nächsten Tagen Schritt für Schritt erfolgen, wenn der entsprechende sichere Zugang gewährleistet sei, so Oehen. «Die gesamte Infrastruktur wird Ende Juni wegtransportiert sein.»

Tatsächlich waren dann gestern Nachmittag die besagten Blaue-Zone-Parkplätze an der Alfred-Escher-Strasse mit einem Parkverbot von 21 bis 5 Uhr beschildert, über Nacht wurden Absperrgitter entfernt und abtransportiert.

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Auf dem Weg zum Triumph: Der Brasilianer Lucas Di Grassi wird die Premiere in Zürich in angenehmer Erinnerung behalten. (10. Juni 2018)
Auf dem Weg zum Triumph: Der Brasilianer Lucas Di Grassi wird die Premiere in Zürich in angenehmer Erinnerung behalten. (10. Juni 2018)
Ennio Leanza, Keystone
Ungewohntes Bild: Schnelle Rennboliden fahren in Zürich um die Hausecken.
Ungewohntes Bild: Schnelle Rennboliden fahren in Zürich um die Hausecken.
Walter Bieri, Keystone
Hoch zu Verkehrstafel: Von ganz oben ist die Sicht am besten.
Hoch zu Verkehrstafel: Von ganz oben ist die Sicht am besten.
Urs Jaudas
Die Boliden sind bereit zum Start.
Die Boliden sind bereit zum Start.
Urs Jaudas
Der Streckenposten ist wachsam.
Der Streckenposten ist wachsam.
Fabienne Andreoli
Die Fans der Formel E sind begeistert – endlich Tempo in der Stadt Zürich.
Die Fans der Formel E sind begeistert – endlich Tempo in der Stadt Zürich.
Sabina Bobst
Die Zuschauer verfolgen auf provisorischen Tribünen das Geschehen auf den Strassen im Enge-Quartier.
Die Zuschauer verfolgen auf provisorischen Tribünen das Geschehen auf den Strassen im Enge-Quartier.
Sabina Bobst
Der Start und das Ziel der Rundstrecke.
Der Start und das Ziel der Rundstrecke.
Fabienne Andreoli
Jede Möglichkeit wird genutzt, um die Strecke besser zu sehen.
Jede Möglichkeit wird genutzt, um die Strecke besser zu sehen.
Urs Jaudas
Ein Kampf um den besten Platz und die beste Sicht. Auch während des Qualifyings.
Ein Kampf um den besten Platz und die beste Sicht. Auch während des Qualifyings.
Urs Jaudas
Viele Fans geniessen das schöne Wetter und die tolle Stimmung bei den unzähligen Ständen zwischen dem Bürkliplatz und der Rentenanstalt.
Viele Fans geniessen das schöne Wetter und die tolle Stimmung bei den unzähligen Ständen zwischen dem Bürkliplatz und der Rentenanstalt.
Urs Jaudas
In diesem Bereich können die Fans die Strecke von Zürich selbst nachfahren.
In diesem Bereich können die Fans die Strecke von Zürich selbst nachfahren.
Urs Jaudas
Der in Genf geborene Edoardo Morata bereitet sich auf sein Heimrennen vor. Seit 2016 besitzt er die Schweizer Staatsbürgerschaft.
Der in Genf geborene Edoardo Morata bereitet sich auf sein Heimrennen vor. Seit 2016 besitzt er die Schweizer Staatsbürgerschaft.
Urs Jaudas
Sébastien Buemi erklärt vor dem Qualifying einigen Fans Details an seinem Auto.
Sébastien Buemi erklärt vor dem Qualifying einigen Fans Details an seinem Auto.
Urs Jaudas
Auch Didier Cuche lässt sich das Rennen nicht entgehen. Er begutachtet die Formel-E-Boliden in der Boxengasse.
Auch Didier Cuche lässt sich das Rennen nicht entgehen. Er begutachtet die Formel-E-Boliden in der Boxengasse.
Cyril Zingaro, Keystone
Rund um das E-Village am See versammeln sich die Leute, um sich die besten Plätze zu sichern.
Rund um das E-Village am See versammeln sich die Leute, um sich die besten Plätze zu sichern.
Walter Bieri, Keystone
Der Streckenrand füllt sich. Jeder Fan versucht einen Blick auf die Rennstrecke zu ergattern.
Der Streckenrand füllt sich. Jeder Fan versucht einen Blick auf die Rennstrecke zu ergattern.
Walter Bieri, Keystone
Diese Fans ergatterten sich früh einige der Stehplätze und schauen dem freien Training zu.
Diese Fans ergatterten sich früh einige der Stehplätze und schauen dem freien Training zu.
Sabina Bobst, Keystone
Kinder mit Micro Scootern sind auf der Rennstrecke unterwegs.
Kinder mit Micro Scootern sind auf der Rennstrecke unterwegs.
Sebastian Schneider, Keystone
Der Neuseelaender Mitch Evans vom Team Panasonic Jaguar im Training.
Der Neuseelaender Mitch Evans vom Team Panasonic Jaguar im Training.
Sebastian Schneider, Keystone
Hinter Gittern: Zahlreiche Fans verfolgen das Qualifying.
Hinter Gittern: Zahlreiche Fans verfolgen das Qualifying.
Ennio Leanza, Keystone
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