Zum Hauptinhalt springen

Die Subkultur setzt Zeichen

Ein Zürcher Club stellt sich gegen Red Bull.

Red Bull geniesst in der Subkultur ein hohes Ansehen. Zwar löste die Red Bull Music Academy, bei der junge Künstler im Namen des Konzerns gefördert werden, bei der Gründung vor zwanzig Jahren unter Kritikern noch Stirnrunzeln aus. Doch mittlerweile ist eine Mehrheit davon überzeugt, dass Red Bull eine wichtige Arbeit leistet, dass man dem weltweit agierenden Brand trauen kann. Keine Selbstverständlichkeit in einem ­Umfeld, das nicht zuletzt für seine Kapitalismuskritik bekannt ist.

Doch nun habe Red Bull eine rote Linie überschritten, liessen die Macher des kleinen Zürcher Clubs Zukunft letzte Woche verlauten und kündigten die Zusammenarbeit mit Red Bull auf. Die Betreiber, einige von ihnen mit Migrationshintergrund, geben an, es liege an den Aussagen des Gründers und Chefs Dietrich Mateschitz zur Flüchtlingskrise. Und an dessen Fernsehsender Servus TV, bei dem rechtsextremen Positionen eine ­Plattform gewährt werde.

Mit seinem Entscheid hat der Club recht. Dies zeigt nur schon die Tatsache, dass einer wie Martin Sellner bei Servus TV seine Meinung kundtun darf. Sellner ist ein rechtsextremer österreichischer Aktivist, der einst mit dem Schiff in See stach, um Rettungsboote für Flüchtlinge zu sabotieren. Er inszeniert sich gerne – welch Ironie! – als Teil einer popkulturell geprägten Subkultur. Einige mögen einwenden, es sei heuchlerisch, wenn ein Club, der sich dem Pluralismus verschreibe, andere Meinungen nicht zulasse. Wer so argumentiert, vergisst, dass sich fremdenfeindliches Engagement kaum vereinbaren lässt mit einem demokratischen Konsens. Und dass eine Subkultur, die glaubwürdig sein will, genau solche Zeichen setzen muss.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch