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«Die SVP hat zu Camins Misserfolg beigetragen»

Der AL-Politiker Richard Wolff hat seine Wahl in den Zürcher Stadtrat nicht zuletzt den SVP-Wählern zu verdanken. Sie haben den bürgerlichen Kandidaten nicht unterstützt, sagt Politologe Michael Hermann.

Die Zürcherinnen und Zürcher haben überraschend den AL-Politiker Richard Wolff in den Stadtrat gewählt. Was sagt das über die Wähler aus? Während der bürgerliche Kanton den freiwilligen Proporz pflegt und die Linke angemessen in die Kantonsregierung wählt, scheinen die Wähler der linken Stadt nicht mehr viel auf dieses Ausgleichsprinzip zu geben. Der Wahlausgang hängt aber ganz klar auch mit den Kandidaten zusammen. Ich denke, die Alternative Liste hat einen idealen Kandidaten präsentiert, der als Stadtentwicklungsexperte die Schwächen seines bürgerlichen Gegners Marco Camin aufzudecken vermochte.

Die Fehler des Gegners aufzudecken, mag im Wahlkampf funktionieren. Was aber wird Wolff der Stadt in Zukunft bringen? Mit Wolff ist zwar die Exekutive noch stärker nach links gerückt. Wenn es aber um Mehrheitsentscheide geht, hat sich die Situation nicht verändert. Im Stadtrat wird sich vor allem das Fehlen des bürgerlichen Alphatiers Martin Vollenwyder auswirken. Entscheidend ist allerdings, dass es im Gemeinderat nach wie vor die Stimmen der Mitte braucht – insbesondere der Grünliberalen –, um ein Geschäft durchzubringen. Spannend wird nun, wer das Finanzdepartement von Vollenwyder übernehmen wird. Das ist kein leichter Entscheid.

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