Die Unglücksbaustelle an der Brandschenkestrasse

Ein Brand auf einer Grossbaustelle im Kreis 1 löste am Montag einen Grosseinsatz aus. Der Vorfall ist die Fortsetzung einer Pechsträhne.

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Seit Januar 2013 wird das ehemalige Axa-Gebäude an der Zürcher Brandschenkestrasse umgebaut. Ab Oktober 2016 sollen hier Büros auf insgesamt neun Stockwerken bezugsbereit sein.

Der Umbau verläuft jedoch alles andere als nach Plan. Unvorhergesehene Zwischenfälle sorgen regelmässig für Unruhe auf der Baustelle im Kreis 1. Zuletzt am Montag, als ein Kleinbagger der Spleiss AG aus Küsnacht in Brand geriet. Der Feuerwehr gelang es, das Feuer in der Tiefgarage schnell zu löschen. Die starke Rauchentwicklung zog den Einsatz jedoch in die Länge und erforderte unter anderem den Einsatz eines Tunnelbelüftungsfahrzeugs. Die Stadtpolizei Zürich schätzt den Sachschaden auf mehrere Zehntausend Franken.

Folgenschwerer Brand im November 2013

«Der Ärger ist gross», sagt der Bauleiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Weil sich der Brand ausserhalb der Arbeitszeiten ereignet habe, sei ein menschliches Versagen auzuschliessen. Als Ursache wird gegenwärtig ein Kabelbrand am Kleinfahrzeug vermutet.

Der Vorfall weckt Erinnerungen an November 2013. Damals kam es im Dachgeschoss zu einem folgenschweren Brand, der erst nach sechs Stunden unter Kontrolle gebracht werden konnte. Die Löscharbeiten gestalteten sich personalintensiv und kompliziert. Um an die Flammen zu gelangen, mussten die Feuerwehrmänner erst ein Kupferdach auffräsen. Zur Verstärkung wurden Milizkompanien aus Sihltal, Limmattal und Glattal beigezogen. Der öffentliche Verkehr war während mehrerer Stunden blockiert.

Bauleiter wurde im Sommer 2013 ersetzt

Den Sachschaden von rund 16'000 Franken trug damals die Versicherung der ausführenden Baufirma Spleiss AG. «Es ist ein unglücklicher Zufall, dass sich auf einer Baustelle gleich zwei Brände ereignen», sagt Geschäftsführer Alfredo Monaco. In seiner gesamten beruflichen Laufbahn sei ihm dies noch nie widerfahren. Dass es durch den erneuten Zwischenfall zu einer baulichen Verzögerung kommt, glaubt Monaco nicht: «Falls doch, stellen wir einfach eine zusätzlich Equipe auf und machen den Rückstand wett.»

Die Unglückskette reicht noch weiter zurück. Am 6. September 2013 kam auf der Baustelle ein Kran zu Fall und verursachte grossen Sachschaden. Erst nach Stunden konnte er mithilfe von vier Sattelschleppern weggebracht werden. Die Axa AG – als Auftraggeber und Gebäudebesitzer – zog Konsequenzen aus diesem Vorfall und ersetzte den damaligen Bauleiter durch den aktuellen.

Durch den erneuten Zwischenfall muss die Axa AG wieder über die Bücher. «Wir prüfen derzeit, wie das durch den Generalunternehmer zu verantwortende Qualitäts- und Sicherheitsmanagement effizient und wirksam verstärkt werden kann», heisst es auf Anfrage.

Erstellt: 10.03.2015, 18:11 Uhr

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