Die Unruhen in Hongkong erreichen Zürich-West

In der Zürcher Hochschule der Künste im Toni-Areal wurden Sprayereien angebracht, die teilweise zu Gewalt aufriefen.

Die Gänge der Zürcher Hochschule der Künste im Toni-Areal dürfen die Studierenden selber gestalten. (Bild: Gabriel Rosenthal)

Die Gänge der Zürcher Hochschule der Künste im Toni-Areal dürfen die Studierenden selber gestalten. (Bild: Gabriel Rosenthal)

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Während sich in Hongkong Studenten und chinafreundliche Kräfte blutige Kämpfe liefern, nutzen Anhänger der Protestbewegung in Zürich Wände für aggressive Sprayereien. Dies zumindest geht aus einem Mail hervor, das Thomas D. Meier, Rektor der Zürcher Hochschule der Künste, an die «Angehörigen der ZHDK» verschickt hat.

Meier schreibt darin, im Toni-Areal seien am vergangenen Mittwoch «im Zusammenhang mit den Unruhen in Hongkong» Sprayereien mit explizit politischem Inhalt angebracht worden, die wiederum zu Gegenreaktionen geführt hätten. Beide Seiten hätten teilweise zu Gewalt aufgerufen.

Sprayereien mit aggressiver Rhetorik

Der Rektor betont in seinem Schreiben, dass die ZHDK als kantonale Institution keine problematischen politischen Statements toleriere und die Sprayereien deshalb sofort entfernt habe. Grundsätzlich dürfen die Studierenden die Wände in den Gängen des Gebäudes auf dem Toni-Areal in Zürich-West selber gestalten, aber man lege grossen Wert darauf, dass allen Studierenden mit Wertschätzung und Respekt begegnet werde.

Wie Meier auf Anfrage sagt, habe man nun intern kommuniziert, was erlaubt sei und was nicht. Es habe sich bei den Sprayereien um aggressive Rhetorik gehandelt, was man nicht akzeptieren könne. An der ZHDK studieren drei oder vier Personen aus Hongkong und rund ein Dutzend aus China.

Enge Beziehung zur Hongkong

Die ZHDK hat enge Beziehung zu Hochschulen in Hongkong. So seien Studierende aus Zürich im Rahmen des Semesterprogramms «Transcultural Collaboration» in Hongkong gewesen. Ein Teil der Installationen und Performances des erwähnten Semesterprogramms würden auch die Proteste in Hongkong thematisieren. Die inzwischen entfernten Sprayereien seien wohl entsprechende «Ausreisser», sagt Meier.

Der Rektor betont, dass die Freiheit der Kunst durch die Bundesverfassung geschützt sei. Die Studierenden dürfen sich mit den Mitteln der Kunst selbstverständlich auch zu politischen Themen äussern.

Erstellt: 09.12.2019, 15:48 Uhr

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