«Die Verletzten mussten warm gehalten werden»

Ein Reisecar-Unfall mit einer Toten und über 40 Verletzten in Zürich: Eine Herausforderung für die Rettungskräfte.

Grosseinsatz auf der Sihlhochstrasse nach einem tödlichen Reisecar-Unfall. (Video: Tamedia/20Minuten)

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Am frühen Sonntagmorgen hat sich in Zürich ein schwerer Unfall ereignet. Ein Reisecar prallte um rund 4.15 Uhr gegen eine Mauer auf der Sihlhochstrasse. Eine Person kam ums Leben, drei Personen wurden schwer verletzt, weitere 41 leicht bis mittelschwer.

Schutz & Rettung Zürich sowie Partnerrettungsdienste waren mit einem Grossaufgebot vor Ort. «Im Einsatz waren rund 30 Rettungswagen, 100 Rettungssanitäter/-innen, 30 Feuerwehrleute sowie eine Grossraumambulanz», sagt Ivo Bähni, Mediensprecher von Schutz und Rettung Zürich.

Sowohl Miliz- als auch Berufsfeuerwehren standen im Einsatz. Sie mussten unter anderem im Bus eingeklemmte Personen retten. Die Grossraumambulanz wurde in erster Linie zur medizinischen Erstversorgung genutzt, leichte Verletzungen konnten so gleich vor Ort behandelt werden. Ein Care Team stand zudem auch für die Rettungskräfte zur Verfügung.

Wie ging man bei den Schwerverletzten vor? Als Teil von Schutz & Rettung waren drei Notärzte vor Ort. Doch auch die Sanitäter haben laut Bähni eine hohe medizinische Ausbildung. Letztendlich sei jedoch bei schwer verletzten Personen das Ziel, diese möglichst schnell zu hospitalisieren.

Verletzungsmuster spielt eine Rolle

Bei grösseren Ereignissen komme das sogenannte Manv-Protokoll zur Anwendung, erklärt Bähni. Manv steht für Massenanfall von Verletzten. Dabei gibt es verschiedene Abstufungen, je nachdem, wie viele Personen verletzt wurden: Manv 0-5, Manv 6-10, Manv 11+ oder Manv 50+. Der Unfall auf der Sihlhochstrasse war ein Manv 11+. Bei Manv genügt ein Knopfdruck – und alle nötigen Einsatzkräfte werden in kürzester Zeit aufgeboten. «Der Alarm kam um 4.30 Uhr, wenige Minuten später waren die Einsatzkräfte von Schutz & Rettung Zürich inklusive weiterer Partner-Rettungsdienste vor Ort.» Die Wetterverhältnisse stellten laut Bähni für die Einsatzkräfte eine Herausforderung dar. «Die Verletzten mussten möglichst schnell befreit, medizinisch erstversorgt und warm gehalten werden.»

Die Verletzten wurden in sieben Spitäler gebracht. Wieso in so viele? «Die Alarmierung und Disposition von Sanität und Feuerwehr wird durch die Einsatzleitzentrale von Schutz & Rettung Zürich sichergestellt. Dafür ist nebst einem Pikett-Offizier Feuerwehr und Pikett-Offizier Sanität bei einem solchen Grossereignis auch eine ELZ-Koordinator vor Ort. Im System ist genau hinterlegt, wie viele Plätze in welchem Spital zur Verfügung stehen. Dazu spielt auch noch das Verletzungsmuster eine Rolle, wer wohin gebracht wird.»

Ein Helikopter kam nicht zum Einsatz. Unter anderem wegen der Sicht- und Wetterverhältnisse, aber auch wegen der Lage des Unfalls. «Helikopter kommen dann zum Einsatz, wenn für den Patienten ein Vorteil gegenüber einem bodengebundenen Rettungsmittel (Rettungswagen) besteht. Dies ist beispielsweise bei Rettungen in gebirgigen, unzulänglichem Gebiet der Fall», so Bähni weiter.

Video: Erste Auskunft der Kantonspolizei

Mediensprecherin der Kantonspolizei Rebecca Tilen zum tödlichen Car-Unfall auf der Sihlhochstrasse. (Video: Tamedia/20Minuten) (sep)

Erstellt: 16.12.2018, 11:32 Uhr

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