Die Zürcher 90-Millionen-Subvention

Der Stadtrat will mehr Wohnungen verbilligen. Deshalb verdreifacht er den Kredit der Wohnbauaktion. Das letzte Wort hat das Stimmvolk.

Die Stadt möchte mehr subventionierte Wohnungen anbieten: Siedlung in Unterstrass.

Die Stadt möchte mehr subventionierte Wohnungen anbieten: Siedlung in Unterstrass. Bild: Urs Jaudas

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Aus den Mitteln von Wohnbauaktionen werden Mietzinse von gemeinnützigen Wohnungen gezielt für Haushalte mit kleinen Einkommen und Vermögen verbilligt. Die Stadt kennt dieses Instrument zum Erhalt und zur Förderung der sozialen Durchmischung seit 1943.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Mieterschaft und die Personenzahl müssen während der ganzen Mietdauer strengen Vorgaben entsprechen. Dies wird von der Stadt mindestens alle zwei Jahre kontrolliert.

Wie der Stadtrat heute Mittwoch mitgeteilt hat, wirkt die Subventionierung der sozialen Entmischung entgegen, wenn im Zuge der baulichen Verdichtung und Erneuerung Ersatzneubauten nötig werden, deren Miete höher ist. Da immer nur ein bestimmter Anteil der Wohnungen einer Überbauung verbilligt wird, fördert sie aber auch die soziale Vielfalt in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Von 30 auf 90 Millionen

Der letzte Rahmenkredit von 30 Millionen Franken, den die Stimmberechtigten mit der Wohnbauaktion 2011 bewilligt haben, sei praktisch ausgeschöpft, schreibt der Stadtrat weiter.

Aufgrund der sich klar positiv entwickelnden Bautätigkeit der Genossenschaften, der Stadt und ihrer Stiftungen beantragt der Stadtrat dem Gemeinderat für die Wohnbauaktion 2017 einen Rahmenkredit von 90 Millionen Franken.

Damit sei sichergestellt, dass die Stadt wie geplant die Zahl von aktuell rund 6600 subventionierten Wohnungen nicht nur halten, sondern auch wieder erhöhen kann. Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Gemeinderat, wird es zu einer Volksabstimmung kommen. (sda/pu)

Erstellt: 31.08.2016, 15:32 Uhr

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