Diebestour an der Street Parade: Fünf Männer verurteilt

Die Polizei hatte im August eine Bande aus Genua in Handschellen gelegt, einer von ihnen hatte sich selber gestellt. Jetzt liegt das Urteil vor.

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Eine fünfköpfige Diebesbande ist im Jahr 2017 extra von Genua nach Zürich gereist, um an der Street Parade Leute auszurauben. Dafür hat sie das Obergericht nun verurteilt. Alle fünf erhalten bedingte Freiheitsstrafen in der Höhe von 13 bis 20 Monaten, bei einer Probezeit von zwei Jahren. Vier der fünf erhalten zudem fünf Jahre Landesverweis.

Für das Obergericht war klar, dass die fünf jungen Männer ein eingespieltes Team waren. Jeder von ihnen hatte bei den Diebstählen eine feste Rolle. Bei der Street Parade 2017 platzierten sie sich im Gebiet zwischen Utoquai und Bürkliplatz und machten gezielt Jagd auf Halsketten. Innerhalb eines Nachmittags rissen sie Parade-Besuchern vier Ketten und ein Medaillon vom Hals.

Als die Polizei vier der Diebe verhaften konnte, fand sie insgesamt vierzehn Halsketten und ein Medaillon. Die Ketten waren allesamt gerissen, ein untrügliches Zeichen dafür, dass sie ihren Besitzerinnen und Besitzern vom Hals gezerrt wurden.

Dieb geht selber auf Polizeiposten

Der fünfte im Bunde bekam von der Verhaftung seiner Kollegen offenbar nichts mit. Am Tag nach der Street Parade hatte er die wenig intelligente Idee, auf den nächsten Polizeiposten zu gehen und dort nach dem Verbleib seiner Freunde zu fragen – worauf die Handschellen auch bei ihm zuschnappten.

Wie das Obergericht in seinem kürzlich publizierten Urteil schreibt, ist die Aktivität der Beschuldigten im unteren Bereich anzusiedeln, vor allem im Vergleich zu international tätigen, gut vernetzten und streng strukturierten Banden. Die Ausbeute spreche aber dennoch für Effizienz und eine klaren Fokus.

Die rechtmässigen Besitzerinnen und Besitzer erhalten ihren Schmuck zurück, sobald das Urteil rechtskräftig ist. Dies ist noch nicht der Fall. Die Rekursfrist läuft noch bis Ende Januar. Die Diebe können es noch ans Bundesgericht weiterziehen. Wo sich die jungen Männer derzeit aufhalten, ist nicht bekannt.

(oli/sda)

Erstellt: 23.01.2020, 18:03 Uhr

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