Diesmal schweigen die Stadiongegner

Am Mittwoch stellt das Hochbaudepartement seine Pläne für den Bau des Hardturmstadions vor. Anders als beim ersten Anlauf sind dieses Mal auch die Quartieranwohner auf der Seite des Projektes.

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Das Hochbaudepartement lüftet das Geheimnis um das neue Stadion: Am Mittwoch stellt André Odermatt, Vorsteher des Zürcher Hochbaudepartements, das Siegermodell für das neue Hardturmstadion der Öffentlichkeit vor.

Dafür hatte es zwei Anläufe gebraucht, weil alle zehn ursprünglich eingereichten Projekte zu teuer waren. Drei Architekturteams mussten daraufhin ihr Projekt überarbeiten und straffen. Doch auch mit dem fertigen Modellbau ist der Ball noch nicht im Tor. Noch müssen die Stimmbürger an der Urne einem Projektkredit zustimmen.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen

Doch schon bevor über den Kredit für das Fussballstadion abgestimmt wird, könnten Stadiongegner dem Projekt Hürden stellen. So wie 2005, als sich Einwohner aus den benachbarten Bernoulli-Häusern und Mitglieder der IG Hardturmquartier zusammenschlossen und gegen die damalige Baubewilligung rekurrierten, bis die Geldgeberin Credit Suisse das Projekt 2009 fallen liess.

Die Bau- und Wohngenossenschaft Kraftwerk 1 unterstützte 2005 die Anliegen der Quartieranwohner. Damals seien insbesondere die Mantelnutzung und der Schattenwurf des Gebäudes kritisiert worden, sagt Hans Rupp, Geschäftsführer von Kraftwerk 1. «Als Anwohner des Hardturmquartiers sind wir daran interessiert, dass das Quartier belebt wird», sagt Rupp. Das Stadion bringe mehr Menschen und einen Ausbau der Infrastruktur in das Quartier: «Wir freuen uns auf das Fussballstadion und sind auf die Präsentation gespannt.»

«Alle unsere Mängelrügen wurden aufgenommen»

Die Anwohner rund ums Stadion kritisierten damals die Höhe des Stadions und dessen Mantelnutzung, weil sie zusätzlichen Verkehr fürchteten. Diesmal werde man sicher nicht rekurrieren, sagt Werner Berger, Vorstandsmitglied der IG Hardturmquartier. «Wir haben das Projekt eng begleitet und sind zusammen mit dem FCZ, GC und den Fan-Vertretern Teil der IG Stadion Zürich.» Sogar in der Wettbewerbskommission sei die IG Hardturmquartier durch Monika Spring, Co-Präsidentin der IG Hardturm, vertreten. «Wir stehen dem neuen Stadionprojekt nun sehr positiv gegenüber», sagt Berger.

Ob das Hochbaudepartement selbst mit Rekursen und Einsprachen rechnet, will der Mediensprecher Urs Spinner nicht vor dem Mittwoch preisgeben. Das letzte Wort zum neuen Stadion hat die Stadtzürcher Stimmbevölkerung voraussichtlich im Jahr 2013.

Erstellt: 22.10.2012, 15:43 Uhr

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