Doppelt so viel Badi auf der Werdinsel

Die Stadt Zürich verlängert die Schwimmstrecke im Kanal des beliebten Flussbads. Das hat aber seinen Preis.

Die Werdinsel ist im Sommer beliebt und deshalb überfüllt. Nun verlängert die Stadt das Badegelände.

Die Werdinsel ist im Sommer beliebt und deshalb überfüllt. Nun verlängert die Stadt das Badegelände. Bild: Sabina Bobst

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Die Zürcher Werdinsel ist bis über die Kantonsgrenzen hinaus als Badeinsel bekannt und beliebt. An Sommertagen drängen sich die Menschen in der Badi Au-Höngg Tuch an Tuch. Manchmal sind es so viele Leute, dass sie sich gegenseitig behindern. Sie verstopfen zum Beispiel die Treppen, die als Ein- und Ausstieg ins Wasser dienen.

Die Stadt will diese Situation nun entschärfen und den Badenden mehr Platz einräumen – am Ufer und im Wasser: Die Badestrecke wird deshalb künftig fast doppelt so lang werden, wie sie heute ist.

Rund 50 Bäume und Büsche, die heute am Ufer des Oberwasserkanals stehen, fallen der Verlängerung jedoch zum Opfer. Das ist gemäss der Stadt eine Sicherheitsmassnahme: Die Bäume müssen weichen, damit die Bademeisterinnen und Bademeister künftig freie Sicht und schnellen Zugang zum neuen Schwimmabschnitt haben. Die hohen Bäume, die direkt am Fluss wachsen, will die Stadt stehen lassen.

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Als Ersatz für die gerodeten Pflanzen will Grün Stadt Zürich auf einem anderen Teil der Werdinsel einheimische Bäume pflanzen und Wildblumenwiesen ansäen. Damit soll garantiert werden, dass die Werdinsel ihren Wert für die Natur nicht einbüsst.

Am Mittwoch hat die Stadt im «Tagblatt» eine entsprechende Bauausschreibung veröffentlicht. Läuft alles nach Plan, will sie im Herbst mit den Bauarbeiten für die verlängerte Strecke starten. Diese soll für die Saison 2020 bereit sein.

Weniger Nackte, mehr Eimer

Die Massnahme steht im Zusammenhang mit dem Nutzungskonzept für die Werdinsel. Die Stadt hat dieses mit verschiedenen Interessengruppen erarbeitet, nachdem das Treiben auf der Badeinsel aus dem Ruder gelaufen ist. Anwohnerinnen und Anwohner beklagten sich über Pärchen, die Sex auf der Insel hatten. Sie ärgerten sich über zu viel Abfall, zu viel Lärm und Hunde, die frei herumliefen.

Als ersten Schritt hat die Stadt im vergangenen Jahr Büsche gerodet, damit sich die Pärchen nicht mehr verstecken können. Sie hat die Zahl Abfalleimer erhöht und mahnt mit grossen Plakaten zum Anstand. Die Verlängerung der Badestrecke ist ein zweiter Schritt in der Umsetzung des Konzepts.

Bevölkerung will baden

Für die Zürcherinnen und Zürcher ist Baden ein grosses Anliegen. Sie haben das Thema bereits mehrfach zum Politikum gemacht: Die kommunistische Partei PdA forderte Gratis-Badis für alle, die Jungen Grünen wollten einen «dritten Letten» haben, die SP insgesamt mehr Platz für Schwimmerinnen und Schwimmer und der GLP-Kantonsrat Daniel Häuptli mehr Zugang zur Limmat. Er wollte die Limmatschifffahrt zu gewissen Zeiten einschränken, um das Schwimmen zu ermöglichen. Der Kantonsrat hat dieses Anliegen jedoch abgeschmettert.

Erstellt: 21.02.2019, 12:13 Uhr

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