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Doris Fiala auf dem Weg in den Zürcher Stadtrat?

Die Nationalrätin wird Präsidentin der FDP-Frauen. Und kann sich eine Kandidatur in der Stadt vorstellen.

«Ich setze die Prioritäten nun im Inland», sagt Doris Fiala, im Bild an der Premiere des Circus Knie 2016 auf dem Zürcher Sechesläutenplatz. Foto: Urs Jaudas
«Ich setze die Prioritäten nun im Inland», sagt Doris Fiala, im Bild an der Premiere des Circus Knie 2016 auf dem Zürcher Sechesläutenplatz. Foto: Urs Jaudas

Doris Fiala, wie sie leibt und lebt – und politisiert: Wortreich, freundlich, mal pointiert, mal ausschweifend erklärt sie, warum sie das Präsidium der FDP-Frauen Schweiz übernehmen wird. Hier ein Lachen, dort die Frage: «Sehen Sie das nicht auch so?» Sie betont ihre Stärken, das Vernetzen zum Beispiel. Und erwähnt gleichzeitig auch ihre ­Schwächen, Probleme und Krisen. Die politischen, aber auch persönliche. Von Letzteren möchte sie lieber nichts in der Zeitung lesen, sagt dann aber: «Ich stehe jedenfalls wieder kraftvoll aufrecht.»

Morgen Samstag wird die 60-Jährige, die seit 2007 für Zürich im Nationalrat sitzt, als Nachfolgerin von Regierungsrätin Carmen Walker Späh zur Präsidentin der FDP-Frauen gewählt. Sie sieht die neue Herausforderung als logische Fortsetzung ihres politischen Wirkens. Und verfolgt dabei zwei Ziele: Sie will Frauen ihre Chancen aufzeigen. Aufzeigen, was sie erreichen können. Fiala will Vorbild sein für Jüngere, diese ermutigen, sich beruflich und politisch zu engagieren, auch wenn sie eine Familie haben. Diese sieht sie selber als grosse Kraft, auch wenn sie vielen jungen Frauen eher als Kraftakt erscheint.

Sie will Frauen ihre Chancen aufzeigen.

Nach dem Resultat zur Masseneinwanderungsinitiative will Doris Fiala vermehrt auf einheimische Arbeitskräfte setzen. Jüngere Frauen und Männer mit Familien sollen mit reduziertem Pensum arbeiten können, dieses aber sukzessive erhöhen. Und ältere Menschen sollen ihr Arbeitspensum nach und nach reduzieren können. «Die Chancen für ein solches Modell waren noch nie so vielversprechend und gut wie heute», sagt sie.

Klar ist für sie eines: Sie wird ihr Amt im Europarat auf Ende Jahr aufgeben und Platz machen für ihre Mission als FDP-Frauenpräsidentin. «Ich setze die Prioritäten nun im Inland.» Platz macht sie damit möglicherweise auch für den Wahlkampf um den Stadtrat, der genau zu diesem Zeitpunkt auf Hochtouren laufen wird. Ob sie kandidiert, will oder kann sie heute noch nicht sagen. Das Amt als FDP-Frauenpräsidentin strebe sie jedenfalls nicht an, um ihren Kampfgeist für eine Kandidatur in Zürich zu befeuern. Das habe sie auch nicht nötig, sagt sie. Das Präsidium schliesse eine Kandidatur für den Stadtrat auch nicht aus. Sie halte so oder so Wort, für die Frauen aktiv einzustehen als Präsidentin.

Die Frage der Strategie

Ihr Zögern, sich offen für eine Kandidatur auszusprechen, begründet sie mit der Entscheidungsfindung der eigenen Partei. «Es kommt auch auf die Strategie an, die die Parteileitung einschlägt. Diese ist ja nicht mein Wunschkonzert.» Was sie damit konkret meint, will sie im Gespräch nicht erläutern.

Klar ist bisher eines: Noch haben sich die bürgerlichen Parteien nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können. Anfang Jahr hiess es, SVP, FDP und CVP würden ein Päckli mit fünf Kandidaten anstreben. Mit diesem Modell hatten sie bei den letzten Regierungsratswahlen Erfolg und errangen zwei Sitze für die SVP, zwei für die FDP und einen für die CVP.

Nur sind die Verhältnisse in der Stadt anders: Die SVP ist die stärkste bürgerliche Kraft, wenn man die Wähleranteile aus den letzten Gemeinderatswahlen betrachtet. Doch sie stellt aktuell keinen Stadtrat und dürfte auch bei den Wahlen im März 2017 Mühe haben, einen Sitz zu erringen, da sich momentan noch keine wirklich überzeugende Kandidatur abzeichnet. Sie werde mit mindestens einem Kandidaten oder einer Kandidatin antreten, sagte Parteipräsident Mauro Tuena gestern. Und tönt damit sibyllinisch an, dass er bei einem Wahl-Päckli eine Dreier­kandidatur der FDP nicht ganz ausschliesse. Die CVP wiederum hat nur im Verbund eine Chance, Gerold Laubers Sitz zu verteidigen.

Dreierkandidatur bevorzugt

Die FDP könnte mit einem Dreier-Päckli durchaus Erfolg haben. Mit dem Powerduo Filippo Leutenegger, dem bisherigen Stadtrat, und Doris Fiala sowie mit Gemeinderat Michael Baumer im Schlepptau. Gefährdet wäre dadurch am ehesten die Wiederwahl von Richard Wolff (AL) oder Claudia Nielsen (SP). Oder der CVP-Sitz.

Es ist gut denkbar, dass sich Fiala bei einer solchen Strategie der FDP einbinden liesse. Ob sie sich dagegen bei einer Zweierkandidatur der FDP einer parteiinternen Ausmarchung mit Baumer stellen würde, scheint offen.

Eines scheint aber bei ihren Aussagen im Vorfeld der Wahl zur FDP-Frauenpräsidentin klar: Doris Fiala kann es sich sehr wohl vorstellen, ihre politische Karriere als Stadträtin zu beenden.

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