Mit dem Amphicar über den Zürichsee

Schwimmende Autos sind eine Attraktion am hiesigen Züri-Fäscht. Eine Rundfahrt mit Kapitän Marco.

Flotte Fahrt auf dem See mit dem Amphibienauto. Video: SDA-Keystone.
Video: Urs Jaudas

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Die Idee klingt zwar verführerisch, aber durchgesetzt hat sie sich nie: ein Auto, das auch schwimmen kann. Von der Strasse direkt ins Gewässer rollen. Umso angefressener sind die Fans der sogenannten Amphicars, die nur während dreier Jahre, von 1960 bis 1963, in Deutschland hergestellt wurden. Wer so eins besitzt, besitzt eine Rarität – und eine Sonderbarkeit.

Letzteres sei der Grund, warum er so in sein schwimmendes und rollendes Gefährt vernarrt sei, sagt Kapitän Marco. «Wenn jeder einen Amphicar besitzen würde, wäre der Spass weniger gross.» Wildfremde Leute würden ihm zurufen und auf ihn zeigen, das mache den Reiz der Amphicars aus. Man komme rasch ins Gespräch mit wildfremden Leuten.

Der Kölner Kapitän Marco wird mit seinem Boot, das gleichzeitig ein Auto ist, nun während vier Tagen am Züri-Fäscht beim Hafen Enge stationiert sein. Im Verbund mit sieben anderen Amphicars wird er im Konvoi Formationen fahren oder Gäste über den See chauffieren.

Knapp über der Wasseroberfläche

Wie sich das anfühlt, zeigt er bei einer Testfahrt. Nach dem schwungvollen Eintritt von der Rampe neben dem Seerestaurant manövriert Kapitän Marco das Gefährt mit rund 10 km/h knapp über der Wasseroberfläche über den See. Die Karosserie ist selbsttragend, angetrieben wird das schwimmende Auto im Wasser durch zwei Propeller.

Der Kapitän – weisser Hut auf dem Kopf und Wasserpistole in der Hand – steuert knapp vorbei am neuen Springbrunnen und zwischen Stehpaddlern hindurch. Sie winken ihm lachend zu.

Ein Grund für die Begeisterung dürfte sein: In der Schweiz sind diese Gefährte eine Seltenheit und deshalb eine besondere Attraktion. Denn als einziges Land weltweit erlaubt die Schweiz sie in hiesigen Gewässern nicht. Sowieso gebe es im deutschsprachigen Raum nur etwa 80 solcher Amphicars, weiss der Kapitän. Man kenne sich, tausche Ersatzteile aus, begegne sich an Treffen. «Wir sind wie eine grosse Familie», sagt er.

Warum sich die Idee nie durchgesetzt hat, kann sich Kapitän Marco nicht erklären. Vielleicht lag es am Preis, der mit mehr als 10’000 DM in den Sechzigerjahren doppelt so teuer war wie der eines VW-Käfers. Am Gefährt selber, das weiss er, kann es nicht gelegen haben. (dsa)

Erstellt: 04.07.2019, 19:44 Uhr

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