Steuerfüsse 2020: Alle Zürcher Gemeinden im Überblick

Gut zwei Dutzend Gemeinden können die Steuern in diesem Jahr senken. Ist Ihre dabei? Prüfen Sie es in unserer interaktiven Karte.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Erfreuliche News für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler: Zum zweiten Mal in Folge ist die Zahl der Gemeinden, die die Steuern senken, deutlich höher als die Zahl der Gemeinden mit steigenden Steuerfüssen. Heinz Montanari vom kantonalen Gemeindeamt will allerdings nicht von einem klaren Trend sprechen: «Die Verhältnisse sind stabil.»

Die Übersicht zeigt: Von den 162 Gemeinden haben 123 einen gleich bleibenden, 29 einen sinkenden Steuerfuss. Nur gerade 9 Gemeinden müssen ihre Steuern erhöhen. Oetwil am See hat noch kein gültiges Budget. Die steuergünstigste Gemeinde bleibt Kilchberg mit einem Gesamtsteuerfuss von 72 Prozent, am teuersten ist es in Maschwanden im Säuliamt und in Wila im Tösstal (130 Prozent).

Viel Grundstückgewinn

Laut Montanari sind die Steuererträge weiterhin gut. Auch bei den Grundstückgewinnsteuern fliesst nach wie vor viel Geld. Gemäss den aktuellen Zahlen waren es 2018 über den ganzen Kanton gesehen 484 Franken pro Einwohner. Damit wurde fast der Rekordwert von 2017 erreicht.

Allerdings gibt es bei dieser Art der Steuern riesige Unterschiede, je nachdem, wie viele Handänderungen eine Gemeinde verzeichnet. Am höchsten waren die Einnahmen 2018 in Uitikon, wo derzeit ein grosses, neues Quartier entsteht und wo 2018 über 1400 Franken Grundstückgewinnsteuern pro Einwohner eingingen. In der Stadt Zürich lagen die Einnahmen bei 580 Franken pro Person.

Bei den Ausgaben sieht es eher umgekehrt aus. Laut Montanari schlägt hier die steigende Einwohnerzahl zu Buche. «Die ­Leute ziehen in den Kanton Zürich. Das treibt die Investitionen und die Kosten für die Schulen und die Infrastruktur in die Höhe.»

Auffällig ist, dass die Steuersenker-Gemeinden hauptsächlich im Weinland liegen. Dazu beigetragen hat die Steuersenkung in Marthalen, deren Sekundarschule vier weitere Gemeinden angeschlossen sind, die nun teilweise einen sinkenden Gesamtsteuerfuss haben.

Die auffälligste Weinländer Gemeinde ist Ossingen. Sie hat ihren Steuerfuss zum wieder­holten Mal gesenkt, diesmal um fünf Prozent. Vor vier Jahren hatte Ossingen noch individuellen Sonderlastenausgleich (Isola) bezogen. Er ist vorgesehen für finanzschwache Gemeinden, die sehr hohe Sonderleistungen – etwa durch teure Heimplatzierungen – erbringen müssen.

Neu hat Ossingen einen Steuerfuss von 99 Prozent, 30 Prozent tiefer als vor vier Jahren. Wie Gemeindeschreiber Sven Fehse erklärt, haben mehrere Faktoren dazu beigetragen: eine schlanke Verwaltung, steigende Einwohnerzahlen und damit steigende Einnahmen aus dem Finanzausgleich. Derzeit bezieht im Kanton Zürich nur noch die Säuliämtler Gemeinde Maschwanden Isola.

Grund für den Rückgang sind auch mehrere Fusionen, bei denen sich finanzschwache Gemeinden zusammengeschlossen haben, vor allem am linken Seeufer und im Stammertal.

Sinkende Verschuldung

Ein Zeichen für die gesunden Gemeindefinanzen ist die weiter gesunkene Verschuldung. Pro Einwohner betrug sie 2018 noch 5675 Franken, 230 Franken weniger als im Vorjahr. Am höchsten ist sie tendenziell in Zürich und Winterthur. Nur das Landstädtchen Regensberg steckt noch tiefer in der Kreide. Für Montanari ist eine hohe Verschuldung nicht per se negativ – insbesondere heute, wo Geld für die öffentliche Hand praktisch gratis zu haben ist. Schlecht ist nur, wenn mit dem geliehenen Geld der Betrieb ­finanziert wird.

Erstellt: 20.01.2020, 21:53 Uhr

Artikel zum Thema

Für wen in Zürich die Steuern sinken sollen – der Vergleich

Juso und Jungfreisinnige wollen das Steuersystem umbauen – ein Beispiel zeigt, welche Einkommen davon profitieren würden. Mehr...

Fast 10 Milliarden Franken Schwarzgeld aufgetaucht

In Zürich ist die straflose Selbstanzeige finanziell ergiebig. Innert 10 Jahren wurden 660 Millionen Franken Steuern nachgezahlt. Mehr...

Profitiert Ihre Gemeinde von der Juso-Initiative?

Neue Zahlen zeigen, wie sich die beiden Zürcher Steuervorlagen auf Ihren Wohnort auswirken. Die Unterschiede sind frappant. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Kunst-Blumen: Zum Valentinstag schenkt Banksy der Stadt Bristol eine neues Werk. Das Blumen werfende Mädchen schmückt eine Wand im Stadtteil Barton Hill. (14. Februar 2020)
(Bild: Finnbarr Webster) Mehr...