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Ein kurzer Frust führt zu 42 Monaten Gefängnis

Ein Mann prügelte in einer Dezembernacht drei Personen bewusstlos – weil er sich «nicht mehr stoppen konnte».

Das Bezirksgericht hat über einen Vorfall «der untersten Schublade» entschieden: Ein Mann wurde zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 42 Monaten verurteilt.
Das Bezirksgericht hat über einen Vorfall «der untersten Schublade» entschieden: Ein Mann wurde zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 42 Monaten verurteilt.
TA

Es war morgens um 4.30 Uhr, als die Gruppe in jener Dezembernacht 2016 den Club am Pelikanplatz verliess. Darunter der damals 24-jährige Schweizer mittelamerikanischer Herkunft. Er war, wie es der Staatsanwalt ausdrückt, «auf Streit aus». Da kam ihm die andere Gruppe bei der Nüschelerstrasse gerade recht. Was dann geschah, nennt der Staatsanwalt «unsäglich».

Der Mann, dem vor Gericht das XXXL-Hemd über dem Oberkörper spannt, rempelte einen der entgegenkommenden Männer an, sodass dieser zu Boden fiel. In der Folge schlug er auch noch Zwillingsbrüder mehrfach zu Boden, bis sie bewusstlos liegen blieben. Dann trat er ihnen mehrere Male mit Wucht gegen den Oberkörper und einem mindestens einmal ins Gesicht.

Feige und «verdammt gefährlich»

Natürlich bestreitet der Mann vor Gericht die Tritte ins Gesicht. Und den Streit angefangen hatte natürlich die andere Gruppe. Da kam ihm bloss in die Quere, dass er seine damaligen Begleiter rückblickend via Whatsapp-Chat am Geschehenen teilhaben liess. Unter anderem schilderte er, wie er sich «nicht mehr stoppen konnte», und erinnerte dabei an den ehemaligen Strassenschläger Kimbo Slice, der seine Kämpfe mit nackten Fäusten austrug.

«Es war dumm von mir», sagt der Beschuldigte. Aber eigentlich teilt er die Meinung seiner Freundin, die sich wundert, dass die Justiz aus dem Fall ein solches Brimborium macht. Und dass ihr Freund auf dem Handy pornografisches Material der unappetitlichen Sorte gespeichert hat, ist auch nicht weiter erwähnenswert. So was habe heute doch jeder auf dem Handy.

Das Bezirksgericht verurteilt den Lehrabbrecher, wie vom Staatsanwalt beantragt, zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 42 Monaten. Dazu kommen über 20'000 Franken Gerichts- und Untersuchungskosten. «Was Sie getan haben, ist unterste Schublade», sagt der Vorsitzende. So heftig dreinschlagen, «einfach weil man grad Lust hat», sei feige und «verdammt gefährlich».

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