Zum Hauptinhalt springen

Ein neues Hightech-Spital – für 20 Jahre

Das Zürcher Unispital präsentiert sein neustes Provisorium. Es steht im Spitalpark und ermöglicht Spitzenmedizin der Extraklasse.

Hightech und Blick in den Park: ein Patientenzimmer im neuen Gebäude des Zürcher Unispitals.
Hightech und Blick in den Park: ein Patientenzimmer im neuen Gebäude des Zürcher Unispitals.
Hannes Henz/Hemmi Fayet (USZ)
Das SUED2-Haus (Bildmitte) steht gleich neben dem anderen Provisorium: dem Stelzenbau (rechts).
Das SUED2-Haus (Bildmitte) steht gleich neben dem anderen Provisorium: dem Stelzenbau (rechts).
Sur Terra/Hemmi Fayet (USZ)
mit Johannes Stoffler durch den Park des Uni-Spitals Zürich. (01.11.2013)
mit Johannes Stoffler durch den Park des Uni-Spitals Zürich. (01.11.2013)
Dominique Meienberg
1 / 29

Niemand wünscht sich, je im dritten Stock von SUED2 behandelt werden zu müssen. Wer es trotzdem muss, hat jedoch die Gewissheit, im aktuell europaweit modernsten Zentrum für Brandverletzte versorgt zu werden. Die neue Intensivstation des Unispitals für Patienten, deren Haut bis zu 90 Prozent verbrannt ist, wurde heute mit seinem ganzen Hightech-Mobiliar präsentiert. Für Pietro Giovanoli, den ärztlichen Co-Direktor des Spitals, bietet es die denkbar beste medizinische Infrastruktur, und das alles in einer Umgebung, die möglichst positiv auf die Patienten wirkt. Die Farbtöne sind angenehm, aus den Patientenzimmern geht der Blick in den Park.

Giovanoli reduzierte die Ambition des Spitals mit dem neuen Gebäude auf drei Wörter: «Gesundheitszentrum statt Krankenhaus.» So ist dem Neubau auch anzumerken, dass er einen möglichst hohen Wohlfühlfaktor anstrebt – so hoch, wie das halt im Spitalambiente möglich ist. Im Erdgeschoss liegt das neue Ambulatorium, in dem acht Klinken jährlich rund 116'000 Konsultationen durchführen wollen. Im nächsten Frühjahr wird in der Neuüberbauung Circle beim Flughafen ein weiteres, noch grösseres Ambulatorium eröffnet: Dort sind jährlich 300'000 Visiten geplant.

60 Einfamilienhäuser

Das Gebäude SUED2, in dem zusätzlich auch noch die Intensivstation mit Schwerpunkt Traumatologie, das Endoskopiezentrum sowie die Station für Stamm- und Immunzellentherapie untergebracht sind, umfasst eine Geschossfläche von rund drei Fussballfeldern und ein Volumen von etwa 60 Einfamilienhäusern.

Der Bau ist Teil der gigantischen Gesamterneuerung, in der sich das Zürcher Universitätsspitals befindet. Nach und nach werden alte Teile der Spitalanlage durch neue ersetzt. Um während der Erneuerung den Betrieb uneingeschränkt weiterführen zu können, ist das Spital auf Provisorien angewiesen. SUED2 ist ein solches. Wie der stellvertretende Kantonsbaumeister Christoph Rothenhöfer ausführte, ist das Gebäude auf eine 20-jährige Nutzung angelegt – danach kommen seine Abteilungen zurück an definitive Standorte. SUED2 wird dann zurückgebaut. An seiner Stelle entsteht wieder Park.

Fokus auf ambulante Patienten

Auch wenn das als Stahlskelettbau konzipierte neue Gebäude «nur» provisorisch steht, versinnbildlicht es gleichwohl das Konzept, dem das Unispital nachlebt: «Wir wollen den ambulanten und den stationären Bereich konsequent trennen», sagt CEO Gregor Zünd. Der prominente Platz, den das Ambulatorium in der neuen Anlage einnimmt, bringt dabei zum Ausdruck, in welche Richtung die Entwicklung geht: «Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden in der Onkologie 90 Prozent der Patienten stationär und 10 Prozent ambulant behandelt», so Gregor Zünd. «Heute ist das Verhältnis genau umgekehrt: 10 Prozent stationär, 90 Prozent ambulant.»

Der Modulbau war zunächst höchst umstritten gewesen. Die Stadt Zürich und der Heimatschutz wehrten sich gegen das Gebäude, da es mitten in den Spitalpark gepflanzt wurde, den der bekannte Landschaftsarchitekt Gustav Ammann gestaltet hatte. Doch der Kanton setzte sich durch mit seinen Plänen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch