Ein neues Stadion für zwei strauchelnde Clubs?

Droht dem Projekt Ensemble eine zweite Abstimmung? Gut möglich, sagt Markus Knauss.

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Die aktuelle allgemeine fussballerische Lage für Zürich kurz zusammengefasst: Wann ist die Saison 2018/19 endlich, endlich ausgestanden?

Dabei hat alles so gut angefangen: Im September des vergangenen Jahres sagten die Stadtzürcher Stimmberechtigten Ja zum neuen Stadion auf dem Hardturm. Der Präsident des FC Zürich und der Ex-GC-Präsident machten Freudensprünge: Fussballrasen, Gewerberäume, günstiger Wohnraum, exklusiver Wohnraum, alles dabei im Projekt Ensemble. 54 Prozent haben sich für das Stadion ausgesprochen – was würden sie stimmen, wenn sie heute nochmals nach ihrer Meinung gefragt würden? Jetzt, wo der Abstieg der Grass­hoppers besiegelt ist und der FCZ hinter den eigenen Erwartungen zurückbleibt?

Referendum möglich

Nicht unbedingt Ja, glaubt man dem grünen Gemeinderat Markus Knauss. Er, der immerhin mitgeholfen hat, das erste Projekt auf die EM 2008 hin zu bodigen, spricht dem Projekt sämtliche städtebauliche Qualität ab. Es «bringt dem Quartier nur Nachteile», wird er in der NZZ vom Samstag zitiert. Gut möglich, dass die Stadionfrage bald ein zweites Mal gestellt wird. Dann nämlich, wenn das Stadtparlament Ja zum Gestaltungsplan sagt, was noch in diesem Jahr erwartet wird. Ein Referendum sei nicht «a priori» auszuschliessen, sagt Knauss. Stand doch in der ersten Abstimmung vor allem die Finanzierung im Fokus und nicht das Stadionprojekt und seine Gestaltung.

Neben einem Referendum sind auch Rekurse gegen den Gestaltungsplan möglich. Man werde darüber entscheiden, wenn dieser vorliege, heisst es vonseiten des Höngger Komitees gegen Höhenwahn. Dieses verliert gemäss der NZZ ein wichtiges Aushängeschild: Architekt Markus Knörr mag sich nicht länger dem massiven Druck aussetzen, den er wegen seines ­Engagements zu spüren bekommen habe.

Aufseiten der Bauherrschaft HRS zeigt man sich überzeugt, dass Zürich ein zweites Mal Ja sagen würde – auch wenn man natürlich hofft, dass die Frage nicht ein zweites Mal gestellt wird. Derzeit werde daran gearbeitet, dass der Gestaltungsplan möglichst nicht angreifbar sei.

Erstellt: 13.05.2019, 08:30 Uhr

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