Endlich ein Zuhause für die ERZ-Emus

Seit Monaten sucht Entsorgung und Recycling Zürich nach Abnehmern für die Laufvögel. Nun haben sie für zwei der Tiere einen Gnadenhof gefunden.

Bekommt eine neue Bleibe: Einer von fünf Emus, welche ERZ derzeit hält.

Bekommt eine neue Bleibe: Einer von fünf Emus, welche ERZ derzeit hält. Bild: ZVG

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Sie gehören zu den aussergewöhnlichsten Haustieren überhaupt – erst recht in einer Dienstabteilung der Stadt Zürich: Seit 2012 hält Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) auf dem Areal des stillgelegten Klärwerks ARA Glatt beim Opfikerpark fünf Emus, obwohl die Haltung der australischen Laufvögel nicht zum gesetzlichen Auftrag gehört.

Die Dienstabteilung sucht deshalb schon seit mehreren Monaten nach Abnehmern für die Tiere. Gemäss einer Medienmitteilung vom Dienstag ist sie nun fündig geworden: Zwei Emus kommen im Privatzoo Gnadenhof im Kanton St. Gallen unter.

Spezialbewilligung war Pflicht

Der Gnadenhof in der Gemeinde Eichberg ist darauf spezialisiert, Tieren einen Platz zu bieten, «welche in ihrem Leben nicht viel Glück gehabt haben oder altersbedingt abgegeben werden müssen», heisst es auf der Website der Einrichtung. Die beiden Emus erhalten dort ein grosszügiges Aussengehege mit einer Fläche von 3500 Quadratmetern. Entscheidend für die Übergabe war jedoch, dass die neue Besitzerin über eine Wildtierhaltebewilligung verfügt – ein Muss für die Haltung von Emus.

Geld ist bei dieser Transaktion keines geflossen. «Wir haben die Emus kostenlos abgegeben», sagt ERZ-Sprecher Daniel Eberhard. Es gehe nicht um Gewinn. «Bei der Suche nach einem neuen Platz mussten wir uns allerlei zoologischen Herausforderungen stellen. Wir wollen danach unsere Kräfte wieder voll auf unser Kerngeschäft konzentrieren.»

Aufwendige Haltung: Die Emus von ERZ. (Bild: Raisa Durandi)

Für die drei verbleibenden Tiere geht die Suche nach einer neuen Bleibe weiter. Man sei bereits im Gespräch mit einer weiteren Person, die über eine Bewilligung für die Haltung von Wildtieren verfüge, sagt Eberhard. «Die Details werden derzeit noch geklärt, deshalb ist noch nichts spruchreif.» Natürlich hoffe man darauf, alle drei Tiere zusammen abgeben zu können. Es handelt sich um ein Paar und um ein Einzeltier, das man aber nicht alleine halten sollte.

Teuer im Unterhalt

Das Halten der Emus ist finanziell aufwendig. Die fünf Tiere verspeisen laut Eberhard pro Jahr allein Futter im Wert von 7500 Franken. Hinzu kommen weitere Ausgaben für Stallungen und Gehege sowie tierärztliche Untersuchungen, die alle zwei Jahre durchgeführt werden müssen. Auch das kostete für alle fünf Tiere jeweils rund 1000 Franken.

Dass ERZ Laufvögel hält, ist bei der Veröffentlichung des Berichts zur Administrativuntersuchung bei der Dienstabteilung publik geworden. Die Idee stammte vom früheren Direktor Urs Pauli. Es ging darum, eine Wiese auf dem Areal des stillgelegten Klärwerks neu zu nutzen. Pauli schlug vor, darauf Strausse zu halten, aber ein Experte des Zoos riet ab. Er empfahl stattdessen Emus. Es war denn auch der Zoo Zürich, welcher ERZ die Emus gab. Der Stadtrat erteilte aufgrund des Berichts der neuen ERZ-Führung den Auftrag, für die Tiere neue Halter zu finden.

Besuch im Privat-Zoo von ERZ.

Erstellt: 10.12.2019, 10:48 Uhr

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