Zum Hauptinhalt springen

Ein offenes Rennen für den Frieden

Der Entscheid des FDP-Präsidiums für einen Zweikampf um die Zürcher Stadtratskandidatur ist richtig.

MeinungMarisa Eggli

Der Vorstand der Stadtzürcher FDP hat richtig entschieden: Er lässt die Basis wählen, wer neben Filippo Leuten­egger um einen Sitz im Stadtrat kämpfen soll – Nationalrätin Doris Fiala oder Gemeinderat Michael Baumer. Nun können beide bis zum Dienstag mobilisieren, intrigieren und überlegen, wie sie die Mehrheit an der Delegiertenversammlung hinter sich scharen können. Diese bestimmt, wer der passende Wahlkampfmotor im Fünferticket der Bürgerlichen sein wird.

Fiala und Baumer haben so die­selben Chancen. Das ist nicht selbstverständlich, hinter den Kulissen war der Machtkampf hart. Starke Kräfte setzten sich dafür ein, dass der FDP-Vorstand Michael Baumer zur Wahl vorschlägt. Das hätte den Frieden in der Partei aus zwei Gründen erschüttert: Die freisinnigen Frauen hätten die Welt nicht mehr verstanden, wenn der Vorstand eine national und in der Stadt bekannte Frau abgesägt hätte – und statt ihrer einen Mann portierte, der nur in der Stadtzürcher Politszene einen Namen hat. Und viele hätten sich sofort an die verpasste Wahl von Marco Camin 2013 erinnert, der anstelle von Carmen Walker Späh Stadtratskandidat geworden war – und kläglich versagte.

Nun liegt der Entscheid für das freisinnige Duo in den Händen der rund 100 FDP-Delegierten. Sie sollten für die Wahl eines wissen: In den letzten 130 Jahren stellte die FDP 29 Mitglieder der Zürcher Stadtregierung – nur zwei davon waren Frauen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch