Ein Schritt näher am neuen Zürcher Fussballstadion

Die Planungsgrundlage für das Projekt «Ensemble» liegt vor. Noch ist aber ein erneutes Referendum möglich.

So soll es auf dem Hardturmareal dereinst aussehen. Visualisierung: Nightnurse Images, Zürich

So soll es auf dem Hardturmareal dereinst aussehen. Visualisierung: Nightnurse Images, Zürich

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Der Stadtrat hat den privaten Gestaltungsplan für das Projekt «Ensemble» gutgeheissen und überweist diesen an den Gemeinderat. Er schafft damit die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Realisierung des Stadions und der Überbauung auf dem Hardturm-Areal. Erforderlich ist er vor allem aufgrund der Gebäudehöhe der beiden geplanten Hochhäuser, wie der Stadtrat am Dienstag mitteilte.

Hinzu komme, dass die «komplexen Anforderungen eines Fussballstadions an die Erschliessung und der Nachweis der Umweltverträglichkeit vertiefte Abklärungen erforderten», schreibt der Stadtrat weiter. Im privaten Gestaltungsplan werden deshalb auch Festlegungen zu den Bau- und Nutzungsbestimmungen, zur Erschliessung, zu Freiräumen, zum Lärmschutz sowie zu weiteren Umweltaspekten getroffen.

Referendum möglich

Während der öffentlichen Planauflage gingen insgesamt 60 Einwendungsschreiben ein. Sie betrafen gemäss Mitteilung vor allem die Themen Hochhaus und Freiraum. Vorgesehen sind drei öffentliche Plätze auf dem Areal.

Je nach Schnelligkeit der Parlamentskommission könnte der Plan in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 in den Gemeinderat kommen. Theoretisch könnte er dort scheitern. Dann ginge es einfach nicht weiter. Aber obwohl eine politische Mehrheit im Gemeinderat gegen das Stadion ist, dürfte er den Plan gutheissen – das Volk hat sich ja bereits dafür ausgesprochen. Beim Eishockeystadion gab es vor der Abstimmung auch Opposition, der Gestaltungsplan wurde danach aber im Parlament einstimmig überwiesen.

Möglich wäre allerdings ein Referendum gegen den Gestaltungsplan. Dieses würde kaum von politischen Parteien lanciert, aber allenfalls von privaten Gegnern. Die Verzögerung: rund sechs Monate.

Querfinanzierung mit Wohntürmen

Die Stadtzürcher Stimmberechtigten haben im vergangenen November die Vorlage mit 53,8 Prozent Ja-Stimmenanteil angenommen. Das Projekt «Ensemble» stammt von den Investoren HRS, Immobiliengefässe der Credit Suisse sowie Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ).

Es sieht auf dem rund 55'000 Quadratmeter grossen Areal 174 Genossenschaftswohnungen, ein Stadion für rund 18'000 Zuschauer und zwei 137 Meter hohe Wohn- und Bürotürme mit rund 570 Wohnungen vor. Die gesamten Investitionen belaufen sich auf rund 570 Millionen Franken.

Der Investor will mit den Wohntürmen das Stadion querfinanzieren. Dadurch muss sich die Stadt weder am Bau noch am Betrieb finanziell beteiligen. Mit einem reduzierten Baurechtszins auf dem Baufeld, auf dem die Türme stehen werden, unterstützt sie das Projekt aber dennoch. Denn aus der Reduktion resultiert ein wiederkehrender Einnahmenverzicht von jährlich maximal 1,7 Millionen Franken.

Ohne Verzögerung rollt der Ball 2022

Die Fussballclubs FCZ und GC werden also den Letzigrund, ein Leichtathletik- und Event-Stadion, verlassen und auf dem Hardturm-Areal eine neue Heimat in einem richtigen Fussballstadion erhalten.

Dort sollen dann die Stimmung an den Spielen und die Einnahmen für die Clubs besser werden, hoffen diese. Das neue Stadion soll 2022 fertig sein. Der erste Ball könnte in der Saison 2022/23 rollen. Die Hochhäuser und der gemeinnützige Wohnungsbau werden etappiert ab 2023 fertiggestellt. (hwe/sda)

Erstellt: 28.05.2019, 12:32 Uhr

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