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Ein toskanischer Innenhof für Zürich

Am Montag eröffnet Bindella ein neues Restaurant in Zürich. Das Ornellaia ist so etwas wie ein letztes Projekt des Familienunternehmens.

Warme Materialien: Blick ins neue Ornellaia.
Warme Materialien: Blick ins neue Ornellaia.
PD

Die Sache begann mit einer langen Mail nach Italien. Von: Rudi Bindella Senior. An: Giovanni Geddes da Filicaja. Da war diese Idee, eine lange währende, auf Vertrauen und Freundschaft basierende Geschäftsbeziehung in Stein zu meisseln. Oder zumindest: In Stein zu fassen, in Travertin, um genau zu sein.

Die Antwort fiel kurz aus, «ja», bald sassen sich die beiden – pardon – älteren Herren am Tisch gegenüber und diskutierten die Idee, Ornellaia, dieses toskanische Spitzenweingut in Form eines Restaurants nach Zürich zu bringen. Den toskanischen Geist nach Zürich zu bringen, wie sich Geddes da Filicaja ausdrückte. Das war 2016. Am Freitag, gut eineinhalb Jahre später, ­luden die beiden Unternehmen in das neue Lokal an der St. Annagasse, gleich neben der Pavillon-Skulptur von Max Bill.

«Weltpremiere »für Zürich

Giovanni Geddes da Filicaja, der CEO von Ornellaia wird ebenso wie Rudi Bindella senior bald sein Amt abgeben. Es war das letzte Projekt, das die beiden gemeinsam realisiert haben. Das erste Restaurant Ornellaia, Weltpremiere! Pünktlich ist es fertig geworden. Denn, zählte Rudi Bindella junior am Freitag, nur noch siebzehn Mal schlafen, dann wird er die operative Führung des Gastrounternehmens übernehmen. Das Projekt Ornellaia war das letzte, das Vater und Sohn gemeinsam verwirklicht haben – das letzte in dieser Konstellation. Es sei eine freundschaftliche, auf Respekt beruhende Zusammenarbeit, die später, also in der Zeit nach dem 23. April, so weiter gehen soll.

Da passt es nur zu gut, dass die Architektin des wuchtigen Lokals ebenfalls ein kleines Jubiläum verkünden konnte. Das erste Restaurant im Auftrag der Bindellas ist Tilla Theus zwanzigster Gastrobetrieb in der Stadt. Die renommierte Zürcher Architektin (Widder, Fifa-Hauptsitz, Burger King im Clipper) baute den ganzen denkmalgeschützen ehemaligen Hauptsitz der Volksbank an der Bahnhofstrasse um. Ornellaia ist ein Teil davon, ein langer, schmaler, hoher Raum auf der Rückseite, gegliedert durch hohe Fenster.

Eine Fassade für innen

Die Wände verglich Theus mit einer «umgestülpten Fassade»: Rohe, gebrochene Travertinsteine mit angedeuteten Fenstern, in denen Kunst von Cuno Amiet oder Hans Josephson steht. Der gelbliche Kalkstein in Kombination mit der toskanischen Holzdecke, mit den Möbeln und dem Boden aus Eiche, mit den Lederstühlen und dem Olivenbaum, der kopfüber von der Decke hängt, sorgt für einen warmen Innenraum, der sich irgendwie auch wie ein Innenhof anfühlt, ein toskanischer Innenhof. Hier drin also sollen die Weine von Ornellaia zelebriert werden, auch Bindellas Eigengewächse haben Platz im Weinregal gefunden.

Zu einem guten Wein gehört eine gute Küche. Der Spitzenwein habe eine Spitzenküche verdient, hiess es beim Pressertermin. Den Küchenchef Giuseppe D’Errico, ein junger Mann mit grosser Brille, hat Rudi Bindella junior in Frankreich entdeckt. Dort war er Sous-Chef in einem Dreisterne-Lokal. Ihm können die Gäste bei der Arbeit zuschauen: Die Küche ist über die ganze Länge durch eine dicke Glasscheibe vom Lokal getrennt. Von der Küche dürfe man «toskanische Gerichte modern interpretiert» erwarten, sagten Bindellas. Das liess sich dann mit einer Variation von Blumenkohl schon sehr verlockend an.

Restaurant Ornellaia, St. Annagasse 2, 8001 Zürich, ab Montag, 9. April

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