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«Ein Vorwand, um mich loszuwerden»

ERZ-Direktor Urs Pauli weist den Vorwurf der ungetreuen Amtsführung zurück.

Mit Urs Pauli sprach Martin Huber
«Ich gehe erhobenen Hauptes und bin stolz auf das Erreichte»: ERZ-Direktor Urs Pauli.
«Ich gehe erhobenen Hauptes und bin stolz auf das Erreichte»: ERZ-Direktor Urs Pauli.

Was sagen Sie zur Amtsenthebung?

Ich halte sie für überrissen und ungerecht. Offenbar hat man einen Vorwand konstruiert, um mich loszuwerden. Immerhin habe ich Entsorgung + Recycling Zürich zum Erfolg geführt und nicht wie andere Manager mein Unternehmen an die Wand gefahren.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem Vorgesetzten Filippo Leutenegger?

Ich habe zu ihm immer ein offenes Verhältnis gepflegt. Jetzt bin ich enttäuscht. Aber man muss in dieser Sache professionell genug sein. Wer in einem derart politischen Umfeld agiert, muss mit so etwas rechnen. Aber ich gehe erhobenen Hauptes und bin stolz auf das Erreichte.

Fehler haben Sie keine gemacht?

Ich bin ein Mann der Tat. Wenn ich eine gute Lösung sehe, eine Gelegenheit im Interesse der Stadt oder von ERZ, dann packe ich zu und handle. Dann siegt mein Unternehmergeist ab und zu über mein bürokratisches Gewissen. Ich stehe dazu, dass ich hin und wieder den einen oder anderen prozeduralen Fehler gemacht haben mag. Daraus wurde mir nun ein Strick gedreht. Nie habe ich daraus aber einen persönlichen Vorteil gezogen oder anderen angedeihen lassen.

Aber musste es ein 120'000 Franken teurer BMW mit 380 PS sein?

Das ist kein Luxusauto, sondern ein normaler Dieselwagen. Und: Das Billigste ist nicht immer das Günstigste. Deshalb entschloss ich mich 2012, ein Dienstfahrzeug anzuschaffen, das die Zeit bis zu meiner Pensionierung 2024 durchstehen würde. Den Vorwurf der ungetreuen Amtsführung weise ich zurück. 1999 wurde mir vertraglich die private Nutzung eines Dienstfahrzeugs bis auf Widerruf bewilligt. Ich ging davon aus, dass diese Bewilligung auch für Ersatzbeschaffungen gültig war. Und: Die Beschaffung von Dienstfahrzeugen für ERZ lag in meiner Kompetenz als Direktor.

Bereits die Zusatzkosten von 15 Millionen Franken beim Zentrum Hagenholz trugen Ihnen eine Verwarnung ein. Warum haben Sie beim Gemeinderat nicht einen Nachtragskredit beantragt?

Wir hofften anfänglich, die Mehrkosten durch Einsparungen in anderen Bereichen ausgleichen und so den Kreditrahmen einhalten zu können. Ich habe nie in meiner Amtszeit um einen Nachtragskredit ersucht. Hätten wir um einen gebeten, hätte das einen mehrmonatigen Baustopp bis zur Bewilligung zur Folge gehabt, während dem die Kosten der Bauunternehmen weitergelaufen wären. Ein weiterer Teil der Mehrkosten entstand, weil der Gemeinderat vor der Volksabstimmung verlangt hatte, dass die Gebäude nach Minergie Eco Plus Standard erstellt werden sollen.

Es wurden auch Vorwürfe der Vetternwirtschaft oder gar der Korruption im ERZ laut.

Diese Vorwürfe sind total unbegründet und falsch. Der Untersuchungsbericht zuhanden des Stadtrats stellte eindeutig fest, dass ich mir nichts Strafbares habe zuschulden kommen lassen.

Aus dem Stadtparlament wurde Ihnen wiederholt Eigenmächtigkeit vorgeworfen.

Wenn Sie in einem kompetitiven Umfeld agieren, müssen Sie schnell sein und rasch Entscheide fällen. Wenn Sie stets zuerst das Parlament befragen müssen, ist es oft zu spät. Dass Politiker das nicht gerne sehen, ist mir klar. Aber ich würde es genau so wieder machen.

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