Ein WC-Sitz aus Bambus, eine Spülung mit Holzspänen

Die Stadt Zürich hat an acht Standorten besondere Toiletten aufgestellt. Der Clou: Sie brauchen keine Kanalisation.

Eine der insgesamt acht Komposttoiletten im Zeughausareal im Kreis 4. (Bilder: hoh)

Eine der insgesamt acht Komposttoiletten im Zeughausareal im Kreis 4. (Bilder: hoh)

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Es ist ein Pilotversuch mit ungewöhnlichen Toiletten, welcher die Stadt Zürich diesen Sommer durchführt. Das Besondere an den WCs: Es sind Komposttoiletten, die vollkommen unabhängig sind. Sie brauchen weder Wasser, Strom noch Kanalisationsanschluss. Wie Grün Stadt Zürich auf Facebook schreibt, stehen auf dem Hohensteinspielplatz am Uetliberg, der Escherhöhe am Zürichberg und auf der Hürstwiese in Zürich-Affoltern ab sofort bis Herbst je eine Komposttoilette bereit. Für alle drei Standorte hatte man schon früher verschiedentlich Anfragen erhalten mit der Bitte, dort Toiletten einzurichten.

Die Toiletten werden von der Firma Kompotoi geliefert, welche die WCs als ökologische Variante der herkömmlichen Miettoiletten preist. Sie hat mit dem Marktführerin Toitoi nichts zu tun.

Laut Garcia Tomé, Geschäftsführer und Mitgründer des Unternehmens, hat die Stadt insgesamt acht Toiletten für den Pilotversuch gemietet. Neben den drei erwähnten Standorten in den Wäldern werden die restlichen fünf Komposttoiletten an der Langstrasse Höhe Denner, auf der Siriuswiese in Oberstrass, im Schindlergut im Kreis 6, im Heuried und im Zeughausareal aufgestellt.

Nährstoffkreislauf schliessen

Das Prinzip von Kompotoi ist einfach: Im Holzhäuschen gibt es ein Urinal aus Stahl und einen Toilettensitz aus Bambus. Die Fäkalien gelangen in ein Becken mit Holzspänen, «gespült» wird ebenfalls mit Holzspänen, welche sich neben dem WC befinden. Dazu gibt es einen Toilettenpapierspender, einen Abfalleimer sowie für die Händereinigung einen Spender mit Geldesinfektionsmittel. Die Beleuchtung erfolgt über Solarstrom. Ziel der Komposttoilette sei, den Nährstoffkreislauf zu schliessen, wie Tomé sagt.

Das WC von Innen: Der 25-Liter-Einstreubehälter.

Die WCs werden je nach Frequenz einmal täglich bis einmal pro Woche gereinigt. Die Behälter mit den Fäkalien werden in einer speziellen Kompostierungsanlage entsorgt, da bei der städtischen Kompostierungsanlage kein menschlicher Dung verarbeitet werden darf.

Erstellt: 20.04.2019, 14:02 Uhr

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