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«Eine Arbeit für Voyeure und Exhibitionisten»

Mladen Sirol ist Gerichtsdolmetscher, ihm gefällt die Aufmerksamkeit, die er als Drehscheibe zwischen Richtern, Anwälten und Tätern geniesst. Seine wichtigste Regel: Kein persönliches Gespräch mit dem Beschuldigten.

«Man muss von Anfang an die richtigen Signale geben»: Mladen Sirol im Erdgeschoss des Bezirksgerichts Zürich.
«Man muss von Anfang an die richtigen Signale geben»: Mladen Sirol im Erdgeschoss des Bezirksgerichts Zürich.
Dominique Meienberg

Sie sind mehrsprachig aufgewachsen. War Dolmetscher deshalb Ihr Berufswunsch? Nein, ich habe Bauzeichner gelernt und studierte danach Betriebswirtschaft. Zum Dolmetschen kam ich eher zufällig: Im Militär schickte man mich in einen dreiwöchigen Dolmetscherkurs, weil ich mehrsprachig war. Man brauchte mich einerseits für gemischtsprachige Truppenübungen mit Deutschschweizern und Tessinern. Anderseits hörte ich jugoslawische Militärsender ab. Es war ja damals die Zeit des Kalten Krieges.

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