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Eine halbe Stunde Film, das reicht

Wir dokumentieren unser Leben, fast ohne Unterbruch. Dabei ersaufen wir in den Daten.

Vor etwa 15 Jahren kaufte ich eine Videokamera von Sony. Sie war nicht grösser als meine Handfläche und galt als technische Revolution, weil erstmals ein Aufnahmegerät in die Kamera eingebaut war; gespeichert wurde auf Magnetbändern, die man jede Stunde wechseln musste. Ich filmte die Geburten meiner Kinder, das müde Lächeln meiner Frau, die Ferien am Meer, den ersten Schultag. Mit dem Gerät begann ein neues Leben. Ich war kein Aussenseiter mehr, ich reihte mich ein in die Gesellschaft. Ich war Mainstream.

Die Magnetbänder schrieb ich sorgfältig an – «Weihnachten 2007» – und verstaute sie in einer Schachtel. Angeschaut haben wir sie nie – stundenlang Kinder im Schnee oder in der Badewanne, das hält kein Mensch aus. Doch jetzt werden wir alle älter und beginnen, uns zurückzusehnen. Aber leider kann man die Filme nur im Sucher der kleinen Kamera anschauen, darum bin ich zu einem alten Kollegen gefahren, der einen Betrieb führt, wo alle Probleme der Freizeitfilmer gelöst werden. Er kennt die möglichen Verfahren, wie man die Magnetbänder auf den Computer bringt.

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