Stadtpolizei kauft für eine Million einen neuen Wasserwerfer

Die Finanzierung für das neue Gefährt ist gesichert. Nun sucht die Polizei noch ein passendes Modell.

Die Stadtpolizei Zürich setzt am 1. Mai 2008 einen ihrer Wasserwerfer gegen einen Demonstranten ein.

Die Stadtpolizei Zürich setzt am 1. Mai 2008 einen ihrer Wasserwerfer gegen einen Demonstranten ein. Bild: Steffen Schmidt/Keystone

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Zwei riesige blaue Wasserwerfer hat die Stadtpolizei Zürich im Einsatz, einen davon will sie im April 2021 ersetzen. Sie hat dafür eine Ausschreibung auf Simap.ch veröffentlicht, der elektronischen Plattform von Bund, Kantonen und Gemeinden im Bereich des öffentlichen Beschaffungswesens. Die Stadtpolizei rechnet mit Kosten von einer Million Franken, wie Sprecherin Judith Hödl auf Anfrage sagt. Firmen können ihre Offerte bis zum 28. Juni einreichen.

Der Grund für das Ersatzfahrzeug sei der «allgemeine Zustand» des einen Wasserwerfers, sagt Hödl. Die beiden jetzigen Fahrzeuge seien seit 2008 im Einsatz, beim Wechsel also seit 15 Jahren. Was mit dem ausrangierten Fahrzeug geschieht, ist noch offen. «Möglich ist ein Verkauf, möglich ist aber auch, dass wir die Teile, die noch gut erhalten sind, als Ersatz für das zweite Fahrzeug behalten.» Für den neuen Wasserwerfer gelten die gleichen Anforderungen wie für die alten: «Sie haben sich im Einsatz bewährt, sie sind einfach, robust und zuverlässig», sagt Hödl.

Mehrere Dutzend Einsätze im Jahr

Eine Statistik, wie oft ein Wasserwerfer zum Einsatz kommt, führt die Stadtpolizei nicht. Sicher sei er bei allen Hochrisikospielen der beiden Fussballclubs FCZ und GC im Einsatz. Zusätzlich dazu würden die Fahrzeuge «bei spontanen Entwicklungen» losfahren. Die Wasserwerfer kämen so zu «mehreren Dutzend Einsätzen im Jahr», und das ausschliesslich in der Stadt Zürich. Die beiden jetzigen Wasserwerfer hat die Stadt auf die Fussball-Europameisterschaften 2008 hin gekauft. Der Gemeinderat hatte dafür einen Kredit von 2,6 Millionen Franken bewilligt. Im Submissionsverfahren hatte nur eine einzige Firma eine Offerte eingereicht, die Albert Ziegler GmbH & Co. in der Nähe von Ulm.

Sie produziert vor allem Feuerwehrautos, auf der aktuellen Website ist unter den Spezialfahrzeugen aber auch der PSV (Public Safety Vehicle) zu sehen – ein Wasserwerfer also. 2008 allerdings entwarf sie für die Stadt Zürich zwei massgeschneiderte Einsatzgeräte. Das hatte sie schon 18 Jahre zuvor getan für die beiden Fahrzeuge, die die Stadt nach der EM 2008 in Zürich ausrangierte und der Herstellerfirma zurückverkaufte.

Bis 3000 Liter Wasser pro Minute

Die beiden heutigen Fahrzeuge verfügen über einen Wassertank mit einem Fassungsvermögen von je 9000 Litern. In der Doppelkabine haben fünf Mann Besatzung Platz, die beiden Rohrführer steuern die Wasserkanone per Joystick. Die Pumpe hat eine Leistung von bis zu 3000 Litern pro Minute und kann das Wasser maximal 65 Meter weit spritzen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.04.2019, 11:29 Uhr

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