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Zürich – eine Stadt hält den Atem an

Protokoll eines Wochenendes im Ausnahmezustand, von Tagen zwischen Hysterie und Gleichgültigkeit.

Nicht alle Zürcherinnen und Zürcher ziehen sich nach den verschärften Regeln des Bundes zurück. Sie flanieren am See und feiern an Hauspartys. Foto: Andrea Zahler
Nicht alle Zürcherinnen und Zürcher ziehen sich nach den verschärften Regeln des Bundes zurück. Sie flanieren am See und feiern an Hauspartys. Foto: Andrea Zahler

Beim Zürcher Hauptbahnhof, an der Tramhaltestelle, sitzt der alte Mann mit den kaputten Sandalen, eingehüllt in fleckige Decken. Für gewöhnlich redet er mit den Wartenden, die keine Zeit zum Warten haben.

Heute bleibt der alte Mann stumm. Er kaut zufrieden an seiner Zigarette und schweigt. Als würde er erkennen, dass er der König ist. Ein König des Wartens, dieses Gefühls zwischen ungewissem Abwarten und zaghaftem Erwarten. Dieses Gefühl hat die ganze Stadt infiziert, und der alte Mann thront darüber.

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