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Eltern protestieren gegen Schulbehörde

Erboste Eltern wollen verhindern, dass mehrere Lehrer das Zürcher Schulhaus Bungertwies verlassen. Die verantwortliche Schulkreispräsidentin müsse in den Ausstand treten.

Stadtrat Gerold Lauber (CVP) versucht, die erhitzten Gemüter zu beruhigen.
Stadtrat Gerold Lauber (CVP) versucht, die erhitzten Gemüter zu beruhigen.
Reto Oeschger
Stadtrat Lauber scheint mit den Forderungen der Eltern nicht viel anfangen zu können.
Stadtrat Lauber scheint mit den Forderungen der Eltern nicht viel anfangen zu können.
Reto Oeschger
Für die Eltern nicht zufriedenstellend: Die Ausführungen von Lauber.
Für die Eltern nicht zufriedenstellend: Die Ausführungen von Lauber.
Reto Oeschger
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Es ist kein alltägliches Bild, das sich heute Morgen vor dem Gebäude der Kreisschulpflege Zürichberg bietet: Über dreissig Eltern von Schülern am Schulhaus Bungertwies im Zürcher Kreis 7 halten Transparente hoch und skandieren «Lehrer bleiben». Mit einzelnen Plakaten fordern sie zudem, dass Schulkreispräsidentin Mirella Forster (FDP) in den Ausstand tritt.

Langjähriger Konflikt

Rund um das Schulhaus Bungertwies rumort es schon länger. Zwischen Eltern, Lehrern, Schulleitung und Forster hat sich in den letzten Jahren ein Konflikt hochgeschaukelt, der Anfang März in einer Aufsichtsbeschwerde gegen Forster endete. Darin wird Forsters Handeln als inkompetent bezeichnet. Sie habe den Konflikt zwischen Team und anderen Anspruchsgruppen bagatellisiert.

Der Beschwerde ging der Rücktritt einer Lehrperson auf Ende Schuljahr und der kurz darauf folgende Abgang der Schulleiterin voraus. Schon zuvor hätten immer wieder Lehrer gekündigt – die Eltern sprechen von unhaltbaren Zuständen für die Kinder. Vordergründig ging es bei der heutigen Demonstration um die Lehrperson, die zum Rücktritt gedrängt worden sei, und weitere, die bald gehen. Klar wurde aber auch schnell, dass der Unmut gegenüber Forster nach wie vor gross ist.

Nicht Schwarz und Weiss

Nach kurzer Zeit tut sich etwas, die Köpfe der Demonstrierenden wenden sich in Richtung einer Delegation, die auf die Kundgebung zuschreitet. Es ist die geschlossene Präsidentinnen- und Präsidentenkonferenz der Stadt Zürich (PK), in der sieben Schulpräsidentinnen und -präsidenten vertreten sind. Auch Forster sowie Stadtrat und Schulvorsteher Gerold Lauber (CVP) sind unter ihnen.

Lauber versucht, die Gemüter zu beschwichtigen. Er habe im letzten halben Jahr viele Gespräche geführt. Die Antwort auf die Aufsichtsbeschwerde sei ausstehend, dazu könne er nichts sagen – und deshalb werde sich auch Mirella Forster nicht äussern. Immer wieder betont er, dass es in Bezug auf den vorliegenden Konflikt unterschiedliche Sichtweisen gebe, «nicht nur Schwarz und Weiss».

Wiederholt wird Lauber von den Teilnehmenden der Kundgebung unterbrochen. Sie wollen konkret wissen, ob es eine Möglichkeit gebe, dass der in einer gekündigten Stellung stehende Lehrer länger an der Schule verbleiben könne. «Sie sollten über Ihren Schatten springen, Herr Lauber», findet ein Demonstrant.

Die Fronten bleiben verhärtet

Der Angesprochene verweist auf die Entscheidungskompetenz von Mirella Forster. «Die PK stellt sich voll und ganz hinter den Entscheid der Schulkreispräsidentin. Die Kündigung bleibt.» Er betont, dass dem Gremium Berichte vorliegen würden, die diesen Entscheid stützen. Zum Inhalt will er sich aber nicht äussern.

Mittlerweile hätten weitere Lehrer gekündigt, entgegnet ein Demonstrant. Lauber bestätigt, dass eine Lehrperson auf Ende Schuljahr gehe, zwei hätten eine Fristverlängerung verlangt und könnten daher auch über den 1. April hinaus noch kündigen. Die Auseinandersetzung zwischen den Demonstrierenden und Lauber dauert über eine halbe Stunde, dreht sich aber schnell im Kreis. Der Stadtrat will keine Zugeständnisse machen, die Eltern nicht von ihren Forderungen abrücken.

Klar ist: Der Unmut der Eltern ist nicht kleiner geworden, im Gegenteil. «Die nächsten Wahlen kommen bestimmt», sagt ein Mann. Viele drohen damit, ihre Kinder von der Schule Bungertwies zu nehmen. Wann und wie rund ums Bungertwies wieder Ruhe einkehren kann, scheint zurzeit völlig unklar.

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